25.08.2020 Artikel Familie Nachhaltige Wirtschaft

Ein zweiwöchiger Vaterschaftsurlaub ist pragmatisch und finanzierbar

Für Martin Candinas ist klar: Der Vaterschaftsurlaub ist eine sinnvolle und kluge Investition in die Stärkung der Familien. Am 27. September stimmt er JA.

Ein Vaterschaftsurlaub ist schon heute teilweise eine Realität. Väter, die in der Verwaltung, in Bundesbetrieben oder in Grosskonzernen arbeiten, kennen einen Vaterschaftsurlaub von unterschiedlicher Dauer. Anders sieht es jedoch bei den meisten KMU aus, die sich einen selbstfinanzierten Vaterschaftsurlaub selten leisten können. So entsteht ein Nachteil für die kleinen und mittleren Unternehmen im Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte. Ein zweiwöchiger Vaterschaftsurlaub für alle erwerbstätigen Väter steigert die Attraktivität der KMU für die Arbeitskräfte gegenüber den Grosskonzernen.

Die vorliegende Lösung ist wirtschaftsfreundlich ausgestaltet. Einerseits wird der Vaterschaftsurlaub - wie der Mutterschaftsurlaub - über die Erwerbsersatzordnung finanziert. Damit erfolgt die Finanzierung solidarisch von Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Andererseits kann er am Stück oder tageweise in den ersten sechs Monaten nach der Geburt bezogen werden. Deswegen unterstützen auch Wirtschaftsverbände, wie der Schweizerische Baumeisterverband, diese Vorlage.

Der Vaterschaftsurlaub ist eine sinnvolle und kluge Investition in die Stärkung der Familien. Er steht für eine angemessene Familienpolitik und ist ein wichtiger Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und somit einer stabilen Gemeinschaft. Der Vaterschaftsurlaub trägt zur wirtschaftlichen Stabilität unserer Familien bei. Die CVP-Lösung von zwei Wochen ist ein guter, mehrheitsfähiger Kompromiss zwischen Maximalforderungen und einem Tag. Damit macht die Schweiz einen richtigen, wichtigen und längst fälligen Schritt. Ein zweiwöchiger Vaterschaftsurlaub ist pragmatisch, finanzierbar, KMU-freundlich und wirtschaftskompatibel.

Erschienen in der Südostschweiz am 25. August 2020.