13.05.2019 / Artikel / Sicherheit / Waffenrecht

"Die Waffen nieder!"??

Hier geht es keinesfalls um eine Entwaffnung der Schweizer, wie es uns die Gegner gern weismachen wollen. Auch verlieren wir bei einem Ja unsere Souveränität nicht. Ein Ja ist ein Ja der Vernunft, ein Ja ist ein Bekenntnis zu Schengen und Dublin, ein Ja erlaubt es uns weiterhin, nicht als EU-Aussengrenze alle Nachteile einer solchen erdulden zu müssen. Und vor allem ist es ein Ja zur Sicherheit – und dieses Ja sollte uns viel wert sein!

Was war der Freifrau Berta von Suttners, geborener Gräfin Kinskis, Anliegen, dem sie in ihrem Roman „Die Waffen nieder!“, für welchen sie 1905 als erste Frau einen Nobelpreis (Friedens-, nicht Literatur-) erhielt, Nachdruck verlieh? Friede unter den Völkern. Wie wäre sie, die adlige Kämpferin, erfreut, wenn sie das heutige Europa sähe: seit Jahrzehnten keinen Krieg, und dies dank – ja, lasst es mich sagen – dank Einsicht und dank eines internationalen Bundes, genannt EU. Nein, jetzt folgt kein Beitrittsplädoyer, aber es muss uns schon bewusst sein, dass wir eine sehr komfortable Situation haben. Rosinenpickerei nennen es die einen, sinnvolle Verträge die anderen. Teilnehmen und nicht dazugehören. Wir profitieren, gehen Kompromisse ein und finanzieren. Geben und Nehmen. 

Verschärft nun die EU ihr Waffenrecht, muss die Schweiz nachziehen. Warum? Dies ist die Bedingung, um weiterhin an den Schengen- und Dublin-Abkommen teilzuhaben. Während Schengen verhindert, dass die Schweiz wieder zur EU-Aussengrenze wird, erlaubt Dublin den europaweiten Datenaustausch für Fahndung und Asylgesuche. Ausgerechnet rechtsbürgerliche Vertreter wollen diese beiden Abkommen opfern für… ja, wofür eigentlich? Für eine leichte Verschärfung des Waffenrechts, die kaum jemanden betrifft, die aber weiterhin die Sicherheit und Zusammenarbeit mit der EU gewährleistet. Ja, auch Sie selbst, die Sie dies lesen, werden bei einer Annahme der Vorlage nichts merken. Sie gehören der Schweizer Armee an, sind bei der bewaffneten Polizei oder sind Jäger? Sie sind Mitglied eines Schützenvereins, vielleicht sogar Jungschütze? Sie sind von der Verschärfung nicht betroffen! Sie sind Waffensammler oder -händler? Sie sind marginal betroffen! Wen betrifft es denn? Nur diejenigen, die weder das eine noch das andere sind. Hand auf’s Herz: wieviele Betroffene kennen Sie? Ich schätze: niemanden. Wollen wir also tatsächlich wichtige, hilfreiche Abkommen aufs Spiel setzen, nur um einem winzigen Teil der Schweizer Bevölkerung beim unkontrollierten Waffen-Beschaffen keine Steine in den Weg zu legen? Völlig absurd.

Hier geht es keinesfalls um eine Entwaffnung der Schweizer, wie es uns die Gegner gern weismachen wollen. Auch verlieren wir bei einem Ja unsere Souveränität nicht. Ein Ja ist ein Ja der Vernunft, ein Ja ist ein Bekenntnis zu Schengen und Dublin, ein Ja erlaubt es uns weiterhin, nicht als EU-Aussengrenze alle Nachteile einer solchen erdulden zu müssen.  Und vor allem ist es ein Ja zur Sicherheit – und dieses Ja sollte uns viel wert sein!