16.07.2020 Artikel Familie Nachhaltige Wirtschaft

Kinder kosten - und zwar immer mehr

CVP-Nationalrat Thomas Rechsteiner unterstützt die Erhöhung der Steuerabzüge.

Wer Kinder grosszieht, erbringt für die Gesellschaft eine besondere Leistung. Doch als Vater weiss ich: Kinder kosten - und zwar immer mehr. Denken Sie nur an die stets steigenden Krankenkassenprämien! Heute geben Familien teilweise schon jeden siebten Franken für die Krankenkasse aus.

Deshalb will der Bund nun Familien steuerlich entlasten. Sie sollen künftig 10 000 statt wie heute 6500 Franken pro Kind und Jahr abziehen können. Gleichzeitig soll jenen Familien geholfen werden, die ihre Kinder fremdbetreuen lassen (müssen). Sie können neu 25 000 statt 10 100 Franken für die Drittbetreuung abziehen. Dieser Betrag entspricht den Kosten für eine nichtsubventionierte KitaBetreuung.

Mit der Änderung würde der Mittelstand gestärkt - also 900 000 Familien, die bisher keine Abzüge geltend machen können, hohe Steuern bezahlen, keine Prämienverbilligungen oder andere Vergünstigungen erhalten und die Drittbetreuung selber berappen.

 

Thomas Rechsteiner: JA zur Erhöhung der Kinderabzüge

 

Die Vorlage würde auch den Fachkräftemangel entschärfen. Dieser spitzt sich zu, obwohl Arbeitgeber, Kantone und Bund Millionen in Ausbildungen investieren. Das ist für mich als Inhaber eines Lehrlingsbetriebs und als Politiker frustrierend. Für viele bestens ausgebildete Personen sind nämlich Familie und Beruf nicht vereinbar. Es lohnt sich teilweise kaum, wenn beide Elternteile berufstätig sind. Wer mehr arbeitet, hat nicht per se mehr Geld, sondern muss höhere Steuern und mehr für die Kita-Betreuung bezahlen. Daher müssen wir Erwerbsanreize schaffen, insbesondere für gut qualifizierte Mütter.

Die Kosten dafür sind für den Bund verkraftbar. Mehr Zweitverdiener bringen auch höhere Steuereinnahmen, höhere Sozialversicherungsbeiträge und eine bessere Kaufkraft. Stimmen Sie daher am 27. September 2020 Ja zur Änderung des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer! Ein Ja entlastet Familien und entschärft den Fachkräftemangel.

Erschienen in der Thurgauer Zeitung am 16. Juli 2020.