20.11.2018 / Communiqués / Gesundheit / Kostenbremse, Gesundheitskosten, Krankenkassenprämie

Gesundheitswesen: Finanzkollaps ohne Kostenbremse kaum vermeidbar

Die bisherigen Massnahmen zur Kostensenkung greifen nicht und sie werden auch künftig nichts bewirken. Die aktuellen Prognosen der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) verheissen für die Prämienzahlenden nichts Gutes: Bis 2020 werden die Gesundheitsausgaben weiterhin jedes Jahr um rund 4 Prozent steigen. Spätestens nach diesen alarmierenden Zahlen muss allen Verantwortlichen klar sein, dass der finanzielle Kollaps ohne Kostenbremse im Gesundheitswesen nicht abzuwenden ist.

2018 werden die Gesundheitsausgaben um 3,8 Prozent steigen. Dieser Trend setzt sich bereits seit Jahren im gleichen Tempo fort und wird in den kommenden Jahren weiterhin anhalten. Die Löhne und die Wirtschaft können mit diesem Kostenwachstum nicht Schritt halten. Das zeigen auch die aktuellen Prognosen der KOF: Die Gesundheitskosten werden 2019 und 2020, sogar unter Berücksichtigung der geplanten Sparmassnahmen des Bundesrates, erneut um rund 4 Prozent zulegen. 

Trotz Einsparungen durch den vom Bundesrat beschlossenen Tarmed-Eingriff, die dreijährliche Medikamentenpreis-Überprüfung oder die Umsetzung der Strategie «ambulant vor stationär» bleibt eine Kostensenkung aus. Das Gesundheitswesen verteuert sich ungebremst: Während die Ausgaben 2016 noch rund 80 Milliarden Franken betrugen, werden es 2020 bereits 93 Milliarden Franken sein, die das Gesundheitswesen jährlich verschlingt.

Kostenbremse-Initiative gegen Systemversagen 

Die bisherigen Versuche, die Kosten im Gesundheitswesen einzudämmen, sind im Parlament oder an der Urne allesamt gescheitert. Der Expertenbericht des Bundesrates hat zwar aufgezeigt, was getan werden müsste. Die zögerliche und mutlose Umsetzung der Massnahmen durch den Bundesrat verschleppt und verschärft das Problem jedoch weiterhin. Damit werden letztlich die Familien und der Mittelstand bestraft, die die hohen Gesundheitskosten durch steigende Prämien tragen müssen.  

Dabei wären unnötig hohe Kosten heute schon vermeidbar. 6 Milliarden Franken werden jährlich aus dem Fenster geworfen. Dass dies heute möglich ist, liegt an zahlreichen Fehlanreizen, die niemanden zum Sparen zwingen. Aus diesem Grund hat die CVP im Oktober die Kostenbremse-Initiative lanciert. Die Kostenbremse zwingt den Bund und die Kantone zu Sparmassnahmen, wenn die Gesundheitskosten stärker steigen als die Einkommen. CVP-Präsident Gerhard Pfister: «Solange die Fehlanreize im System von den Akteuren nicht selbst beseitigt werden, ist unser Gesundheitswesen auf dem Weg, schon bald finanziell zu kollabieren. Und genau deshalb braucht es eine Kostenbremse, die die Akteure zwingt, das Sparpotential ohne Qualitätsverlust zu realisieren.»

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