11.06.2018 / Artikel / Die CVP / Globalisierung, heimat

In puncto… Heimat

Think global – act local. In diesem ehemaligen Werbeslogan einer grossen Schweizer Bank ist das ganze Spannungsfeld zwischen den Begriffen “Globalisierung” und “Heimat” kürzestmöglich zusammengefasst.

Globalisierung bedeutet vor allem, dass potentiell die ganze Welt zum Lebens- und Wirtschaftsraum des einzelnen Menschen geworden ist. Was an einem noch so entlegenen Ort geschieht, ist in Sekundenschnelle auf der ganzen Welt bekannt. Damit ist der Mensch geistig „immer überall auf der Welt“. Gleichzeitigkeit und Omnipräsenz von Leben, Wirtschaft, Handel und Kommunikation. Wer aber immer überall ist, riskiert, nirgends mehr richtig „daheim“ zu sein. Der Mensch braucht deshalb in der Globalisierung nicht weniger, sondern mehr Heimat, gesellschaftliche, kulturelle, familiäre Verwurzelung, die ihm Identität erst ermöglicht. Um global zu denken, braucht es Rückbindung an die Werte, die Heimat ausmachen. Es ist deshalb kein Zufall, dass mit der Globalisierung auch die Debatten um kulturelle Herkunft, gesellschaftliche Werte wieder an Bedeutung gewonnen haben. Verständnis für ein gutes Zusammenleben auf der ganzen Welt lässt sich nur erreichen, wenn man die Verwurzelung der Menschen beachtet. Global denken wird wichtiger und verbreiteter, aber das Leben bleibt in der Heimat verwurzelt, wenn es menschlich bleiben will. Globalisierung könne eindeutig Wohlstandsgewinne schaffen, sagte Aart de Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung (Blick online, 8.6.19) Doch sie müsse so gestaltet werden, dass der Mensch im Mittelpunkt stehe.