17.05.2018 / Artikel / Wirtschaft / Vollgeldinitiative

Riskant und teuer!

Die Vollgeldinitiative ist ein hochriskantes Experiment, das es so noch nie gegeben hat. Unser Finanz- und Werkplatz könnte im internationalen Wettbewerb massiv geschwächt werden. Aber auch für den einfachen Bürger könnte es teuer werden.

Im Normalfall erhalten wir etwas Zins auf unseren Konten. Da aber die Banken das Geld auf Vollgeld Konten nicht mehr anrühren dürften, gäbe es auch keinen Zins mehr. Dafür müssten wir mit höheren Gebühren in einem trägen und sehr aufwändigen System rechnen. Die Banken dürften künftig keine Kredite mehr aus Sichteinlagen (zum Beispiel Lohnkontos) vergeben, sondern nur noch aus Spareinlagen. Doch diese Spareinlagen würden bei weitem nicht ausreichen, um die Kreditnachfrage zu befriedigen. In diesem Fall müsste die Nationalbank laufend neues Geld in Umlauf bringen. Dies will die Nationalbank aber keinesfalls. Müsste die Geldmenge einmal reduziert werden, könnte diese auf Basis Vollgeld kaum mehr gesenkt werden. Dies könnte bei einer Inflation sehr ungemütlich werden. Wichtig ist zu wissen, dass die Banken heute zahlreichen Beschränkungen und Regulierungen unterliegen. Dies gilt insbesondere für die Liquiditäts- und Eigenkapitalvorschriften. Dies schränkt die Schaffung von Buchgeld deutlich ein. Zudem gewährt keine Bank Kredite ins Blaue hinaus. Sie verlangt Sicherheiten als Gegenwert. National- und Ständerat lehnten die Vollgeldinitiative mit sehr grossem Mehr ab. Keine einzige Fraktion unterstützt diese Initiative. Sie ist nicht nur riskant und teuer sondern auch eine Schnapsidee, die in aller Deutlichkeit abzulehnen ist.