31.01.2018 / Artikel / Service public & Verkehr / No Billag

Medienvielfalt heisst Meinungsvielfalt

Die Billag als Inkassogesellschaft hat für unser Land keine existenzielle Bedeutung, aber den Initianten der No-Billag-Initiative geht es auch nicht um dieses Unternehmen. Sie gehen mit ihrer Initiative viel weiter. Sie verunmöglichen es der öffentlichen Hand, überhaupt Geld für die Aufrechterhaltung eines unabhängigen Fernseh- oder Radioangebots auszugeben.

Und hier beginnt es für mich sehr bedenklich zu werden. Medien sind Meinungsmacher. Wenn sich nur noch Private um Meinungsbildung kümmern, dann bestimmt in Zukunft das Geld, was wir denken sollen. Unabhängiges Medienschaffen ist für mich unabdingbar für eine gute und vielfältige Meinungsbildung. Und hier sehe ich auch die Hauptaufgaben der SRG: Unabhängig und ausgewogen über die Themen aus allen Bereichen des Lebens und Wirtschaftens in unserem Land berichten sowie darüber diskutieren lassen. Und zwar in allen Landesteilen und allen Landessprachen. Denn unsere Sprachvielfalt ist ein wichtiger Teil unserer Identität.

«Unabhängige Medien sind eine zentrale Säule der direkten Demokratie»

Ich finde bei Weitem nicht alle Sendungen der SRG nötig und wichtig. Aber, dass es die SRG gibt und dass sie losgelöst von politischen oder wirtschaftlichen Interessen operieren kann, ist für mich bedeutend. Ja, ich würde sogar sagen, unabhängige Medien sind eine zentrale Säule der direkten Demokratie. Deshalb ist für mich klar: Ich sage Nein zur No-Billag-Initiative.

Berichterstattung für Landwirtschaftsthemen

Im Moment ist ein neues Mediengesetz in der parlamentarischen Beratung. Es tut sich also etwas, um die aktuellen Fragen bei den Radio- und Fernsehgebühren zu diskutieren. Auch dieses Kind sollte nicht mit dem Bade ausgeschüttet werden. Es steht zu viel auf dem Spiel – gerade auch für die Landwirtschaft:  Wir sind dringend auf eine ausgewogene Berichterstattung über ihre komplexen Themen angewiesen!

Dieser Artikel erschien im Schweizer Bauer vom 31.01.2018