07.09.2017 / Artikel / Sozialwerke / Altersvorsorge 2020

Altersvorsorge 2020: Die Reform ist im Interesse der Bauernfamilien

Die Landwirtschaftskammer des Schweizer Bauernverbands fasste im April die Ja-Parole. Hauptgrund für die Unterstützung der Vorlage war die Tatsache, dass dringender Handlungsbedarf besteht sowie die Einsicht, dass die Reform gesamthaft betrachtet im Interesse der Bauernfamilien ist.

Diesen Frühling hat das Parlament die Reform der Altersvorsorge 2020 mit dem denkbar knappsten Ergebnis verabschiedet. Sie kommt nun am 24. September 2017 zur Abstimmung. Mit der Vorlage werden die erste (AHV) und zweite Säule (Pensionskasse) umfassend reformiert. Das soll die finanzielle Stabilität der schweizerischen Altersvorsorge gewährleisten und gleichzeitig das Rentenniveau erhalten. Harte Bandagen prägen die Diskussionen für oder gegen die Reform. Die Wirtschaftsverbände, die FDP und die SVP haben sich gegen die Reform ausgesprochen. Für sie ist die Vorlage schlicht zu teuer und eine Hypothek für die jüngere Generation.

Die Landwirtschaftskammer des Schweizer Bauernverbands fasste im April die Ja-Parole. Hauptgrund für die Unterstützung der Vorlage war die Tatsache, dass dringender Handlungsbedarf besteht sowie die Einsicht, dass die Reform gesamthaft betrachtet im Interesse der Bauernfamilien ist.

Es stimmt: Die Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,3 Prozent ab 2021 und der AHV-Beiträge lasten auf den Schultern aller Schweizerinnen und Schweizer und den Arbeitgebern. Auf der anderen Seite profitieren Neurentner von einem AHV-Zuschlag: 70 Franken für Neurentner und Erhöhung des Ehepaarplafonds von 150 auf 155 Prozentpunkte. Ein Ehepaar, das nach der Einführung der Reform in Rente geht, bekommt also rund 200 Franken mehr (70 Franken plus Anhebung Ehepaarplafonds). Wichtig für Selbstständigerwerbende mit tiefen Einkommen – zu denen viele Bauernfamilien gehören – ist auch die Beibehaltung der degressiven Beitragsskala bei den persönlichen AHV-Beiträgen.

Gewiss, die Reform ist keineswegs perfekt und es sind noch einige Details zu klären. Aber sie geht die dringendsten Probleme wie die Demografie und Finanzierung der Leistungen an. Ein Unterfangen, dass in den letzten zwei Jahrzehnten nie mehr gelungen ist: Die letzte AHV-Revision stammt aus dem Jahr 1997! Gelingt diese Reform nicht, sind erneut mehrere Jahre Stillstand zu befürchten und die finanzielle Situation der AHV und auch der Pensionskassen würden sich nochmals verschlechtern. Die teuerste Lösung ist also keine Reform vorzunehmen! Mit einem Nein gefährden wir das bewährte Vorsorgesystem der Schweiz.

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