31.08.2017 / Artikel / Sozialwerke / Altersvorsorge 2020

Realitäten oder Fake News?

"Junge verraten – Rentner bestrafen." Der Flyer der Gegner der Rentenreform ist klar, aber falsch! Fake News im postmodernen Sprachjargon. Nehmen wir die Vorlage mal unter die Lupe.

Weshalb ist diese Reform notwendig? Ganz einfach, die Demographie zwingt uns dazu. Immer mehr Menschen werden immer älter. Das Verhältnis von Alt zu Jung ist für die AHV matchentscheidend. Die Aktiven zahlen für die Pensionierten. Als die AHV 1948 eingeführt wurde, war das Verhältnis 7:1, sieben Aktive finanzierten eine AHV-Rente. Jetzt sind wir bei 3:1, im Jahr 2040 bei 2:1. Die Folgen: Die Defizite der AHV-Kasse werden von Jahr zu Jahr grösser, schon im Jahr 2020 betragen sie mehr als eine Milliarde, ab 2030 sieben Milliarden Franken.

Die Reform bringt zur Sicherung der AHV einen Mix: Mehr Sparen durch die Erhöhung des Frauenrentenalters und Mehreinnahmen v.a. mit einer moderaten Mehrwertsteuererhöhung sowie einer leichten Erhöhung der Lohnbeiträge.

Ins Reformpaket gehört auch die Senkung des Umwandlungssatzes in der 2. Säule, der Pensionskassenversicherung. Es ist rein rechnerisch zu belegen, dass die heutigen Renten in der 2. Säule zu hoch sind. Die Rechnung bezahlt die aktive Generation. Als man die 2. Säule im Jahr 1985 eingeführt hatte, mussten die Leute weniger lange vom Ersparten leben als heute, da sie nicht so alt wurden. Das angesparte Alterskapital muss heute entsprechend länger reichen. Ergo muss die einzelne Rente etwas „gestreckt“ werden. Im technischen Jargon: Der Umwandlungssatz muss angepasst, sprich gesenkt werden, von heute 6,8 auf 6 Prozent.

Und weil damit die Neurentner und Neurentnerinnen etwas weniger Pensionskassengelder erhalten, soll ihre AHV leicht erhöht werden, um 70.- Franken pro Monat. Die von den Gegnern kritisierten 70 Franken sind also kein Geschenk und kein Lockvogel für das Stimmvolk, sondern eine Kompensation. Und weil lediglich die Pensionskassenbezüge der Neurentner leicht gekürzt werden, erhalten auch nur diese eine leicht erhöhte AHV.

Verrät man Junge und bestraft Rentner, wenn die Jungen weniger Quersubventionierung in der 2. Säule leisten und für sie wie für die Rentner die AHV gesichert ist? Gewiss nicht.

Dies haben auch die Delegierten der CVP 60 + Schweiz an ihrer letzten Delegiertenversammlung so gesehen und deshalb einstimmig Ja gesagt zu beiden Vorlagen zur Rentenreform. Mit 2x JA kann verhindert werden, dass unsere Altersvorsorge an die Wand gefahren wird.