01.08.2017 / Artikel / Die CVP /

Gerhard Pfister zum Nationalfeiertag 2017

Aus meiner Sicht macht eine Bundesfeier Sinn, weil es immer wieder gut ist, Momente zu haben, wo man aus der Hektik ausbricht, innehält, die Aussicht geniesst. Und wo man gleichzeitig darüber nachdenkt, was die Zukunft bringen mag. Die Schweiz ist unterwegs durch die Jahrhunderte wie ein Wanderer auf seinem Weg. Und Sie wissen, zu jeder richtigen Wanderung gehört ein Halt in einer Beiz, wo man ausruhen kann. Pausen sind wichtig: Pausen erlauben, zu verstehen, zu verdauen – Ruhe zu Finden – die Mitte zu finden. Die Mitte finden – das dürfen Sie gerne auch politisch verstehen.

Es gilt das gesprochene Wort

Die Schweizerinnen und Schweizer haben sehr viele Talente. Neben vielen andern Talenten sind die Schweizer

  • 1. praktisch,
  • 2. sparsam und
  • 3. klug.

Das zeigt sich besonders am 1. August. Denn die Schweizer setzten ihren Nationalfeiertag in den Sommer, wo eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, dass man draussen feiern kann: Das ist praktisch gedacht.

Sie setzten ihn aber auch typischerweise in die Zeit, wo ohnehin viele Leute in den Ferien sind, wo es also wirtschaftlich nicht so schlimm ist, wenn man einen Feiertag hat. Das ist sparsam gedacht.

Und dann feiern die Schweizer den Festtag auch auf eine zurückhaltende, bescheidene Art: ohne Militärparaden, ohne grosse Selbstdarstellung der Regierenden. Die Bundespräsidentin muss zwei braven Fernsehjournalisten etwas Auskunft geben, die sie kaum kritisch befragen, meistens im Tenue Légère, die andern Bundesräte und die Parlamentarier touren durchs Land, und halten Reden, die umso besser sind, je kürzer sie ausfallen. Je schneller man zum Wesentlichen gehen kann, nämlich dem Zusammensitzen, dem Brunch, den Cervelats, der Musik, und dem kühlen Flüssigen. Das ist klug.

Die ganze Rede finden Sie hier: