07.07.2017 / Artikel / Sozialwerke / Rentenreform

Rentenreform: Für Frauen überwiegen klar die Vorteile

Die Rentenreform bringt für Frauen Vorteile mit sich, auch wenn dafür Kompromisse nötig waren. Die Verbesserungen für Teilzeitarbeitende und die Stärkung der AHV stehen der ungewollten Erhöhung des Rentenalters und der Beibehaltung des Koordinationsabzuges gegenüber. Die Vorteile überwiegen klar und ermöglichen eine dringend nötige Reform.

Die Rentenreform ist ein Kompromiss, zu dem die Frauen einen sehr grossen Beitrag leisten. Sie sorgen mit der Erhöhung des Referenzalters auf 65 Jahre für eine finanzielle Entlastung der ersten Säule. Diese Anpassung ist nicht im Sinne der Frauen, vor allem, weil gleichzeitig kein Ausgleich für die statistisch nachweisbare Lohndiskriminierung beschlossen wurde. Trotzdem bringt das Reformpaket unter dem Strich für die Frauen dringend nötige Verbesserungen.

Verbesserungen für Teilzeitarbeitende

Der Koordinationsabzug bestimmt, welcher Teil des Bruttolohnes in der zweiten Säule versichert wird. Dank der Rentenreform werden Deckungslücken für Teilzeit arbeitende Frauen geschlossen, indem der Koordinationsabzug gesenkt und flexibilisiert wird. Davon profitieren ganz besonders jene 58 Prozent der erwerbstätigen Frauen, die in Teilzeit arbeiten. Auch dank den Rentenverbesserungen bei der AHV wird das heute viel zu tiefe Renteneinkommen der Frauen steigen. Das ist besonders für die rund 500‘000 erwerbstätigen Frauen wichtig, die keine Pensionskasse haben.

Flexibilisierung des Rentenalters

Mit der Rentenreform wird das Rentenalter von 62 bis 70 Jahre flexibilisiert. Dies ist für Frauen eine Gelegenheit, fehlende Beitragsjahre auszugleichen und so ihre Rente zu verbessern. Dank Teilrenten, die neu nebst einer Teilzeitarbeit bezogen werden können, wird künftig die gleitende Pensionierung möglich sein.

Die Reform ist dringend

Aus den gescheiterten Reformen haben wir die Lehren gezogen: Nur eine Gesamtlösung kann die Blockade beenden. Bei einem Scheitern der Vorlage wird es für alle Beteiligten – insbesondere für Frauen – viel teurer werden, weil der AHV-Fonds schnell defizitär würde und später ein Milliardenloch bei der AHV gestopft werden müsste. Dies muss verhindert werden. Deshalb ist ein klares JA am 24. September auch, und besonders aus Frauensicht wichtig.