30.06.2017 / Artikel / Wirtschaft / WaldSchweiz, Forstwirtschaft, starker Franken, Export

"Der Schweizer Wald muss wieder den ihm gebührenden Wert erhalten"

Daniel Fässler, National- und Regierungsrat (AI) ist neuer Präsident von WaldSchweiz. Im Interview erklärt er, mit welchen Massnahmen er die Schweizer Waldeigentümer, die unter dem Druck des Auslands stehen, begegnen will.

Sie wurden zum neuen Präsidenten von WaldSchweiz gewählt. Mit welchem Gefühl packen Sie diese neue Herausforderung an?

Ich gehe diese neue Aufgabe mit grosser Freude, aber auch mit Respekt an. Mit Freude, weil mir der Wald seit meiner Kindheit sehr viel bedeutet. Ich bin in einer Sägerei aufgewachsen und durfte meinen Vater schon als kleiner Bub unzählige Male begleiten, wenn er in den Wäldern der Ostschweiz Rundholz eingekauft hat. Seit ich selber Eigentümer von zwei Waldparzellen sein darf, habe ich nochmals eine andere Beziehung zum Wald erhalten. Das für das eigene Haus verwendete Bauholz und das im Kachelofen verfeuerte Brennholz wärmen Körper und Seele.

In welchen Bereichen werden Sie erstmals Prioritäten setzen?

Der Verband WaldSchweiz besteht aus 22 Kantonalverbänden, die ihrerseits einen Grossteil der Waldeigentümer ihres Kantonsgebiets zu ihren Mitgliedern zählen können. Es ist mir wichtig, die allenfalls unterschiedlichen Anliegen der Kantonalverbände rasch zu kennen. Inhaltlich steht für mich in nächster Zeit das Label „Schweizer Holz“ im Vordergrund. Dieses muss unbedingt bekannter gemacht und vor allem den Konsumenten näher gebracht werden.

Die Schweizer Waldeigentümer stehen unter Druck vom Ausland, ausserdem macht ihnen der starke Franken zu schaffen. Wie begegnen Sie insbesondere diesen Herausforderungen?

Der Absatz von Schweizer Holz ist in kontinuierlich zurückgegangen. Als Folge davon wird seit Jahren zu wenig Holz geschlagen. Dies wird sich erst ändern, wenn der Schweizer Wald und das dort geschlagene Holz wieder den ihnen gebührenden Wert erhalten. Die vor einem Jahr beschlossene Revision des Waldgesetzes ist ein erster Schritt dazu. Weitere, konkretere Schritte müssen nun aber zwingend folgen. Denn mit Worten allein ist weder dem Wald noch den Waldeigentümern gedient.