15.05.2017 / Artikel / Umwelt und Energie / Energiestrategie 2050, alternative Energien, Kernkraft, Atomkraftwerke

Kostenehrlichkeit und erneuerbare Energie stärken

2016 haben Schweizerinnen und Schweizer rund 26 Milliarden Franken für Energiekosten bezahlt. Alleine die Hälfte davon wurde für Erdölprodukte ausgegeben. Die Energiestrategie 2050 verbessert unsere Energieeffizienz gezielt und wir können die Importkosten für fossile Energieträger senken.

Gleichzeitig werden mit der Energiestrategie, wo nötig unsere Stromnetze ausgebaut und die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) für die Förderung der erneuerbaren Energien leicht erhöht. Bis 2050 entstehen so Kosten in Höhe von einer Milliarde pro Jahr, was in etwa gleich viel ist, wie wir Schweizerinnen und Schweizer jährlich für Schokolade ausgeben. Die volkswirtschaftlichen Kosten für Schäden bei einem „weiter wie bisher“ sind um ein Vielfaches höher und werden nachfolgende Generationen enorm belasten.

Stromkosten werden nur leicht steigen

Die von den Gegnern des Energiegesetzes propagandierten Kostenerhöhungen mit dem reisserischen Plakat «3200 Franken mehr bezahlen … und erst noch kalt duschen?» sind absolut nicht Bestandteil des ersten Massnahmenpakets, darüber hinaus rein spekulativ und sucht der fleissige Leser in der Bundesratsbotschaft vergeblich. Einzig die Netzabgabe zur Einspeise-­ oder Einmalvergütung soll von heute 1.5 Rappen auf 2.3 Rappen pro Kilowattstunde angehoben werden – zugunsten der erneuerbaren Stromerzeugung und zwar zeitlich begrenzt, also kein Subventionsmoloch. Das heisst, für einen durchschnittlichen Haushalt von vier Personen mit 5000 kWh sind das lediglich rund 40 Franken höhere Stromkosten pro Jahr. Weitere Massnahmen werden erst später in anderen Gesetzgebungsprozessen festgelegt.

Holz hat ein noch unerkanntes Energiepotenzial

Insbesondere im Bereich der Stromproduktion mit Hilfe von Wasser, Sonne, Biomasse und Wind spielen diese im Ausbau der erneuerbaren Energie eine Schlüsselrolle. Dass Holz im Bereich der Biomasse einen wichtigen Beitrag leisten kann, ist vielen noch zu wenig bekannt. Insbesondere die Fähigkeit, abrufbare beziehungsweise Bandenergie zu liefern, macht es zu einem interessanten erneuerbaren Rohstoff. Das Holzenergiepotenzial zugunsten unserer heimischen Waldwirtschaft ist nach wie vor nicht ausgeschöpft. Als Präsident der Waldwirtschaft SG&FL und Präsident der Holzmarkt Ostschweiz AG würde ich mich freuen, wenn die Wald- und Holzbranche noch weit mehr als heute zu einer einheimisch wertschöpfenden erneuerbaren Energieversorgung beitragen können.

Ein JA zur Energiestrategie 2050 ist ein erster, aber wichtiger Schritt in die richtige Richtung auf dem Weg zur längerfristigen Energiewende.