15.05.2017 / Artikel / Umwelt und Energie / Energiestrategie 2050, Energieverbrauch, fossile Energien, erneuerbare Energien

Energiestrategie 2050 stärkt die Schweiz

Mit dem ersten Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 können wir den Energieverbrauch senken, die Abhängigkeit von fossilen Energien reduzieren und die einheimischen erneuerbaren Energien stärken. Damit bleiben die Investitionen in der Schweiz und fliessen nicht ins Ausland ab. Das dient Bevölkerung und Wirtschaft. Ein Ja zur Vorlage führt zudem zum schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie.

Die Schweiz ist keine Insel. Es ist für unser Land darum wichtig, auch im veränderten Umfeld mit tiefen Energiepreisen für die Zukunft gerüstet zu sein. Den Ausschlag für den Preiszerfall gibt zum einen die weltweit schwächelnde Wirtschaft, zum anderen sieht sich die Energiebranche mit Überkapazitäten konfrontiert. In den USA verdrängte der Schiefergas-Boom die Kohle und liess deren Preise einbrechen. Für europäische Anbieter wurde es so attraktiv, die alten Kohlekraftwerke wieder anzuwerfen. Darauf senkten die Ölförderländer ihre Preise. Billiges Öl, billige Kohle und tiefe CO2-Preise verzerren seither den Markt. In Europa trägt zudem der von Deutschland stark subventionierte Zubau erneuerbarer Energien zu Überkapazitäten bei.

Die Energiestrategie 2050 gibt die richtige Antwort auf diese Veränderungen. Sie wird schrittweise umgesetzt. Das Parlament hat ein erstes Paket verabschiedet. Es enthält neben dem Verbot zum Bau neuer Kernkraftwerke Massnahmen, um den Energieverbrauch zu senken, die Energieeffizienz zu erhöhen sowie die Produktion aus erneuerbaren Energien zu steigern:

  • Energieverbrauch senken: Bei den Gebäuden gibt es grosses Sparpotenzial. Darum soll mit der Vorlage das seit 2010 laufende Gebäudeprogramm weitergeführt werden. Wer eine Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt oder das Haus energetisch saniert, kann weiterhin eine finanzielle Unterstützung beim Kanton beantragen. Mit der Vorlage werden zudem steuerliche Abzugsmöglichkeiten erweitert. Im Verkehr und bei den Elektrogeräten wird der Energieverbrauch durch technische Vorschriften gesenkt.
  • Erneuerbare Energien stärken: Deren Förderung wird über den Netzzuschlag finanziert, den Haushalte und Unternehmen bezahlen. Er soll von 1.5 auf 2.3 Rappen pro Kilowattstunde erhöht werden. Das ergibt zusätzliche 480 Millionen Franken pro Jahr. Ein Viertel davon, also 0.2 Rp./kWh oder 120 Millionen Franken, kommt der bestehenden Wasserkraft zugute, weil sie für unser Land ein Trumpf ist, auch wenn sie derzeit in einer schwierige Phase ist.

Zukunft gehört den erneuerbaren Energien

Die Vorlage dient der Schweiz: Je weniger Energie wir verbrauchen und je weniger wir auf Importe fossiler Brennstoffe angewiesen sind, desto weniger sind wir vom Ausland abhängig. Es ist sinnvoller, unsere einheimischen erneuerbaren Energien zu nutzen. Das schafft Investitionen und Arbeitsplätze in der Schweiz. Vom Gebäudeprogramm profitieren Hausbesitzer und Mieter mit tieferen Kosten fürs Heizen sowie alle, die energetische Sanierungen vornehmen: Vom Baumeister und Ingenieur über den Heizungs- und Elektrotechniker und Solateur das ganze Gewerbe. Die Wertschöpfung bleibt damit in der Schweiz und erhöht unseren Wohlstand.

Die Kosten der Vorlage sind tragbar. Ein Haushalt mit vier Personen muss durch den höheren Netzzuschlag rund 40 Franken pro Jahr mehr zahlen. Dies kann durch mehr Energieeffizienz gemildert werden. Stromintensive Grossverbraucher sind vom Netzzuschlag befreit, zudem ist die Förderung befristet. Die Schreckensszenarien der SVP sind also falsch. Die Partei unterschlägt im Übrigen auch, dass sich in der Schweiz gar kein Investor mehr findet, der 10 Milliarden Franken in den Bau eines neuen Kernkraftwerks stecken würde. Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien. Viele Gemeinden, Kantone und Unternehmen haben sich längst auf diesen Weg gemacht und nutzen die Chancen, die sich damit bieten.

Die Energiestrategie 2050 wird Schritt für Schritt umgesetzt. Das verschafft uns die für den Umbau des Energiesystems nötige Zeit. Zudem profitieren wir so vom technologischen Fortschritt und können weitere Massnahmen pragmatisch der Marktentwicklung anpassen. So ist unser Land für die Zukunft gerüstet. Mit der Vorlage machen wir den ersten Schritt. Bundesrat und Parlament sowie die Städte und Kantone empfehlen darum, ihr am 21. Mai 2017 zuzustimmen.