10.05.2017 / Artikel / Umwelt und Energie / Energiestrategie, Energiestrategie 2050, alternative Energien, Wasserkraft

Souverän und unabhängig? Nicht bei der Energie

Die Schweiz ist stolz auf ihre Unabhängigkeit und ihre wirtschaftliche Stärke. Wir sind ein Land, das auf solidem, wirtschaftlichem Fundament steht und das auch in Zeiten grösster weltpolitischer Wirrungen souverän agieren kann. So sehen wir uns, so wünschen wir uns das. Ohne dieses Selbstbild gleich zerstören zu wollen: Zumindest einen Kratzer hat es. Was die Energieversorgung betrifft, ist die Schweiz alles andere als ein wirtschaftlich kluges und souveränes Gebilde.

Die Schweiz importiert jährlich Energie im Wert von über zehn Milliarden Franken. Wir werden zu über 75 Prozent von ausländischen Energieträgern versorgt und zu über 65 Prozent von fossilen. Wir heizen mit Öl, fahren mit Benzin und Diesel, produzieren Strom aus Uran. Diese Situation ist sowohl volkswirtschaftlich, klimapolitisch wie auch strategisch unhaltbar.

Wir müssen raus aus dieser Situation, hin zu einer Energieversorgung, die sicher ist (sowohl in Bezug auf die Versorgungssicherheit als auch in Bezug auf die Umweltrisiken), sauber (insbesondere hinsichtlich der Klimaziele), möglichst inländisch und überdies noch zu akzeptablen Preisen erschwinglich. Der einzige bisher aufgezeigte Weg in Richtung dieser Energiezukunft ist die Energiestrategie 2050.

Das am häufigsten diskutierte Feld der Energiepolitik ist die Frage nach dem Atomausstieg. Dabei ist eigentlich sehr klar, was zu tun ist: Der Neubau von AKWs ist in der Schweiz weder politisch machbar, noch wirtschaftlich sinnvoll. Es bleibt also nichts anderes übrig, als die alten AKWs am Ende ihrer sicherheitsbedingten Laufzeit vom Netz zu nehmen und derweil die neuen Erneuerbaren als Ersatz aufzubauen. Die Ausgangslage ist so klar, dass nur Ideologen noch ernsthaft über die Atomkraft streiten.

Die CVP schaut indes in die Zukunft. Wir haben die Energiestrategie 2050 von Anfang an mitgestaltet, mit der federführenden Bundesrätin Doris Leuthard genauso wie im National- und Ständerat. Wir haben reagiert auf den enormen Preiszerfall im Strombereich und eine Marktstützung zugunsten der Wasserkraft eingebaut. Und wir haben den Bedenken der Wirtschaft mit einer Befristung der Fördermassnahmen Rechnung getragen. Unter dem Strich stimmen wir nun über eine echt zukunftsweisende und ausgewogene Vorlage ab.

Mobilisieren Sie die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, damit sie am 21. Mai der Energiestrategie 2050 wuchtig zustimmen – damit das Geld hier bleibt, in einer unabhängigen, starken Schweiz.