03.05.2017 / Artikel / Umwelt und Energie / Energiestrategie, Energiestrategie 2050, Wasserkraft

Drei Fragen zur Energiestrategie 2050

Mehr als 140 Parlamentarier der CVP, BDP, EVP, FDP, der Grünen, der Grünliberalen Partei und der SP sind dem Komitee „Ja zur Energiestrategie 2050“ beigetreten. Zusammen mit verschiedenen Verbänden und Organisationen engagieren Sie sich für die Energiewende und die Energiestrategie 2050, so auch Daniel Fässler, Nationalrat (AI).

Eine der Massnahmen der Energiestrategie 2050 das Gebäudeprogramm, lanciert durch Bund und Kantone. Was ist Sinn und Zweck dieses Programms?

Gebäude sind für rund einen Drittel der CO2-Emissionen und 40 Prozent des Energieverbrauchs der Schweiz verantwortlich. Mit dem seit 2010 bestehenden Gebäudeprogramm fördern Bund und Kantone erfolgreich energetische Sanierungen, den Einsatz erneuerbarer Energien, die Abwärmenutzung und die Optimierung der Gebäudetechnik. Mit der Energiestrategie werden die Bundesmittel von heute 300 Millionen Franken um 50 Prozent erhöht. Dank des Gebäudeprogramms können Eigentümer den Wert Ihrer Immobilie steigern und ihre Energiekosten langfristig reduzieren. Davon profitiert auch das einheimische Gewerbe, und zwar in allen Regionen der Schweiz.

Mit welchen Mitteln kann die Energiestrategie 2050 die bestehenden grossen Wasserkraftwerke in der Schweiz unterstützen?

Die Wasserkraft ist das Rückgrat der einheimischen Stromversorgung. Laufkraftwerke liefern wichtige Bandenergie, und Speicherkraftwerke helfen, die Versorgungssicherheit zu erhalten. Damit dies so bleiben kann, sind auch bestehende Wasserkraftwerke auf Unterstützung angewiesen. Das Parlament hat dies erkannt. Mit einer „Marktprämie“ soll die Diskrepanz zwischen Produktionskosten und Marktpreis konkret gemildert werden. Und Investitionen in grössere Produktionsanlagen sind neu von „nationalen Interesse“. Ein Nein zur Energiestrategie ist daher auch ein Nein zur einheimischen Wasserkraft.

Was sagen Sie zu den Schweizer Konsumenten, die befürchten, dass die Energiestrategie enorme Kosten generieren wird?

Es ist auch ohne Energiestrategie eine Realität: In der Schweiz werden auf absehbare Zeit keine neuen Atomkraftwerke mehr gebaut, auch aus betriebswirtschaftlichen Gründen. Wenn wir die Auslandabhängigkeit nicht unnötig vergrössern und weiterhin über eine hohe Versorgungssicherheit verfügen wollen, sind die Förderung der einheimischen Produktion und Massnahmen zugunsten eines effizienteren Einsatzes der Energie unumgänglich. Dies kostet, aber nicht annähernd so viel, wie von den Gegnern der Energiestrategie behauptet. Die Erhöhung des maximalen Netzzuschlags von 1,5 auf 2,3 Rappen pro Kilowattstunde kostet einen durchschnittlichen Haushalt nur rund 40 Franken pro Jahr.