27.03.2017 / Artikel / Staatspolitik und Recht / Steuererklärung, Steuern, Senioren, Rentner

Jährliche Steuererklärungen fakultativ für Rentner

Jahr für Jahr das gleiche ungeliebte Ritual: Das Ausfüllen der Steuererklärung. Wenige tun es gerne, doch für viele Rentnerinnen und Rentner wird es zur Belastung, weil sie in einer zunehmend digitalisierten Welt überfordert sind. Die Präsidentin der CVP Aargau, Marianne Binder will deshalb ein erleichtertes Steuersystem für Menschen im AHV-Alter prüfen lassen und reichte zusammen mit der Fraktion einen Vorstoss ein. Das obligatorische Ausfüllen der Steuererklärung soll unter bestimmten Bedingungen fakultativ werden. Eine gute Idee, die sich auch in anderen Kantonen prüfen lässt.

Nach dem Einreichen der Volljährigkeit reichen wir alle Jahr für Jahr eine Steuererklärung ein und werden in der Folge gemäss unseren Vermögens- und Einkommensverhältnissen veranlagt. Anders sind diese Veränderungen des steuerbaren Einkommens und Vermögens im Rentenalter. Ein Grossteil der Rentnerinnen und Rentner haben kein Erwerbseinkommen mehr, die Vermögensverhältnisse und auch die Abzüge sind stabil.

Die CVP Aargau schlägt vor, das jährliche Ausfüllen einer Steuererklärung obligatorisch zu belassen, wenn sich die Vermögens- oder Einkommensverhältnisse geändert haben (beispielsweise bei Erbschaften, Lotteriegewinnen, Aktienerträgen etc.). Ansonsten sei das Ausfüllen einer Steuererklärung fakultativ. Ändern sich die Abzugsmöglichkeiten (beispielsweise bezüglich Krankenkasse, Aufwendungen für die Pflege von Angehörigen etc.), entscheidet der Steuerzahler, ob es sich lohnt, neu veranlagt zu werden. Wer es vorzieht, auf eventuell kleinere neue Abzüge zu verzichten und dafür keine Steuererklärung ausfüllen zu müssen, dem steht es frei, dies zu tun. Rentnerinnen und Rentner reichen gemäss Idee einmalig eine Steuererklärung ein und berufen sich in der Folge auf die entsprechende Veranlagung mittels einer Erklärung. Diese sagt aus, dass sich weder Einkommen noch Vermögen so verändert haben, dass eine neue Veranlagung nötig wird.

Eine solche Regelung senkt die administrativen und finanziellen Aufwendungen für Steuerzahlende im Rentenalter. Im Besonderen ist es gerade älteren Rentnerinnen und Rentnern beinahe unmöglich in unserer digitalisierten Welt Steuerklärungen ohne fremde Hilfe auszufüllen. Das Steuersystem verlangt heute in vielen Kantonen vom Steuerzahler, dass er die Grundlagen (Weisungen, Regelungen, Formulare) via Internet selbst herunterlädt, ausfüllt und dem Steueramt abgibt. Ist er nicht in der Lage dazu, muss er gegen Bezahlung (Treuhandbüros etc.) seine mangelnde Kompetenz wettmachen. Steuerversäumnisse werden gebüsst. Das heisst, Menschen werden gebüsst für die Unfähigkeit, einen Computer zu bedienen. Das ist weder sozial noch effizient.

Als Präsident von CVP 60+ stehe ich dafür ein, dass sich diese Idee aus der Aargauischen CVP innerhalb unserer Kreise durchsetzen wird. Bereits hat sich auch Pro Infirmis gemeldet, weshalb die Fraktion auch behinderte Menschen von der jährlichen Steuererklärung entlasten will.

Die Interpellation der CVP Aargau