16.03.2017 / Communiqués / Sozialwerke / Altersvorsorge 2020

Sichere Renten für heute und morgen

Der Antrag der Einigungskonferenz zur Reform der Altersvorsorge 2020 wurde heute in beiden Räten gutgeheissen. Die Diskussionen zur wichtigen Sanierung der Altersvorsorge haben 2014 angefangen und enden nun mit dem Modell, welches die CVP von Anfang an mitgeprägt und verteidigt hat. Ein teures Scheitern der Reform konnte heute verhindert werden. Ein Erfolg für zukünftige Rentnerinnen und Rentner!

„Sichere Renten für heute und morgen“: Unter diesem Titel lancierte die CVP Schweiz ihre Resolution zur Altersvorsorge an der Delegiertenversammlung 2014. Heute kann sie dies garantieren und klar sagen, dass die Versprechen der Resolution erfüllt worden sind! Das Ziel, die zukünftigen Renten zu sichern und eine mehrheitsfähige und ausgewogene Vorlage vor das Volk zu bringen, wurde erreicht. Die Reform Altersvorsorge 2020 ist eine der wichtigsten gesellschaftspolitischen Reformen dieses Jahrzehntes. Seit 1995 wurden alle AHV-Reformen sowie die Senkungen des Umwandlungssatzes abgelehnt, was die beiden Säulen und somit die zukünftigen Renten der Schweizer in Schräglage gebracht haben. Nun besteht eine mehrheitsfähige Vorlage, die allen Schweizerinnen und Schweizern zugutekommt.

Finanzierung der Altersvorsorge sichern

Die demographische Entwicklung bringt es mit sich, dass immer mehr Leute in Rente gehen und gleichzeitig immer länger eine Rente beziehen. Obwohl diese Entwicklung erfreulich ist, stellt sie eine grosse Herausforderung dar was die Finanzierung der Altersvorsorge betrifft. Momentan kommen fast vier Erwerbstätige auf einen Rentner. 2060 werden es nur noch zwei sein! Die Finanzierungslücke in der AHV und die Umverteilung in der 2. Säule verschärfen sich jährlich. Ohne Reform wird 2030 das kumulierte Defizit in der AHV 41 Milliarden Franken betragen. Der AHV-Ausgleichsfonds wäre einfach nicht mehr in der Lage die Renten auszuzahlen!

Um die Kosten decken zu können, wird die Mehrwertsteuer bis 2021 in zwei Schritten auf 8,3 Prozent erhöht. Diese Massnahme, die alle gleich betrifft, sollte 2,1 Milliarden Franken pro Jahr zugunsten der AHV generieren. In der zweiten Säule wird der Umwandlungssatz von 6,8 auf 6 Prozent gesenkt. Diese Massnahme soll der gesetzlich ungewollten Umverteilung von Aktiven zu Rentner entgegenwirken. Leider bringt die Senkung des Umwandlungssatzes eine Renteneinbusse von 12 Prozent mit sich. Dieser Verlust wird einerseits mit einer Erhöhung der AHV-Renten von monatlich 70 Franken – finanziert durch eine Erhöhung der Lohnprozente um 0,3 Prozent – teilkompensiert. Anderseits wird das AHV-Ehepaarplafonds von 150 auf 155 Prozent erhöht. Mit der Anhebung des Plafonds wird auch ein wichtiger Schritt hin zur Beseitigung der Heiratsstrafe bei der AHV gemacht, wofür sich die CVP seit Jahren stark macht.

Kein Rentenalter 67

Die CVP konnte die Einführung eines Interventionsmechanismus mit automatischer Rentenaltererhöhung auf 67 Jahre verhindern. Vorerst wird das gleiche Referenzrentenalter von 65 Jahren für Mann und Frau mit einer Flexibilisierung des Rentenalters zwischen 62 und 70 Jahren eingeführt. Damit verbunden, ist die Forderung an die Wirtschaft, älteren Mitarbeitenden eine längere Erwerbstätigkeit zu ermöglichen, neue Arbeitsmodelle zu entwickeln und Arbeitsverhältnisse anzupassen.

Für die Jungen, Arbeitstätigen, Frauen und Teilzeitbeschäftigten

Eine Studie des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) zeigt, dass die heutige berufstätige Generation die Rentnerinnen und Rentner jährlich mit 1,3 Milliarden Franken in der beruflichen Vorsorge finanziert. Mit der Senkung des Umwandlungssatzes von 6,8 auf 6 Prozent wird diese Finanzierung um 63 Prozent reduziert! Um die Jungen nicht zu stark zu belasten, bleibt der Beginn des Sparprozesses bei 25 Jahren. Wer also jünger ist als 25, muss weiterhin keine BVG-Leistungen bezahlen.

Heute sind eine halbe Million Frauen wegen des aktuellen Koordinationsabzuges nicht im BVG versichert. Diese Frauen bekommen in Zukunft dank des AHV-Zuschlags, wenn sie pensioniert werden, 840 Franken mehr Rente pro Jahr (bzw. bis zu 2700 Franken wenn sie verheiratet sind). Ohne diese Kompensation wären sie leer ausgegangen.

Um die tieferen Löhne besser abzusichern ohne diese gleichzeitig zu belasten, wird der Koordinationsabzug auf 21‘150 Franken gesenkt und nicht ganz abgeschafft, wie dies eine Mehrheit des Nationalrates wollte. Zudem konnte auch für Teilzeitbeschäftigte eine wirksame Regelung gefunden werden.

Die Finanzierung der 70-Franken-Erhöhung über zusätzliche 0,3 Lohnprozente für alle ist fair und sozial: Die AHV ist eine gerechte und gewollte Giesskanne. Durch eine Erhöhung der Lohnprozente für alle, bezahlen gut Situierte mehr ein als sie durch die Erhöhung von 70 Franken je erhalten werden.

Für zukünftige und aktuelle Rentner

Die Übergangsgeneration wurde auf 20 Jahre gesetzt. Wer also beim Inkrafttreten der Vorlage 45 Jahre alt ist (heute 43), wird vom aktuell geltenden Umwandlungssatz in der 2. Säule (6,8 %) profitieren. Diese Übergangsgeneration wird aber bis zum Pensionsalter höhere Lohnbeiträge bezahlen müssen. Dafür erhält sie 840 Franken mehr AHV-Rente pro Jahr. Ohne diese Rentenverbesserung würden diese Personen höhere Beiträge bezahlen ohne eine Gegenleistung dafür zu erhalten.

Menschen, die aktuell eine Rente beziehen, sind von der Senkung des Umwandlungssatzes nicht betroffen. Ihre Renten werden nicht gekürzt – somit sind diese Renten gesichert. Die heutigen Rentnerinnen und Rentner sind einzig durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,6 Prozent betroffen, welche die demographische Entwicklung finanzieren soll – wobei diese Erhöhung erst ab 2021 spürbar sein wird. Der 70 Franken AHV-Zuschlag für Neurentner wird durch eine Erhöhung der Lohnprozente finanziert und beeinflusst die heutigen Rentner nicht.

Für Arbeitgeber und KMU

Die aktuelle Vorlage ist insbesondere für KMU die beste Option. Beim Vorschlag der rechtsbürgerlichen Mehrheit mit Kompensationsmassnahmen innerhalb der beruflichen Vorsorge, wäre die Mehrbelastung durch die Lohbeiträge untragbar gewesen: Bei der Landwirtschaft wären es 67 Prozent, bei der Bauindustrie sogar 96 Prozent höhere Ausgaben gewesen – unannehmbar!

Das Volk hat das letzte Wort

Nun sollte das Volk am 24. September das letzte Wort haben, wenn die Vorlage morgen in der Schlussabstimmung angenommen wird. Diese Vorlage sichert die Renten bis 2030 und die CVP ist bereit sie im September mit Nachdruck vor dem Volk zu verteidigen!

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