13.02.2017 / Artikel / Bildung und Forschung / Medical schools, Medizin, Hausarztmedizin, Ärzte, Ausbildung, Studium

Das Studium der Humanmedizin soll reformiert werden

Mit meiner Motion beauftrage ich den Bundesrat, das Medizinstudium in enger Zusammenarbeit mit Kantonen und Hochschulen zu reformieren und im Rahmen der Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI) in den Jahren 2021-2024 ein System mit Medical Schools einführen. Er stützt sich dabei auf den vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation veröffentlichten Bericht aus dem Jahr 2015. Der Bundesrat sorgt insbesondere dafür, dass mit der Einführung von Medical Schools die Kosten des Medizinstudiums sinken, dass die Hausarztmedizin gefördert wird und der Numerus clausus abgeschafft werden kann.

Im Jahr 2017 läuft das Sonderprogramm Humanmedizin im Umfang von 100 Millionen Franken an, das im Rahmen der BFI-Botschaft 2017-2020 verabschiedet wurde. Dessen Ziel ist es, die Anzahl der Absolventen in Humanmedizin von 860 im Jahr 2014 auf 1350 im Jahr 2025 zu erhöhen. Die Notwendigkeit dieses Programmes ist unbestritten, jedoch ist es leider zeitlich begrenzt. Es läuft 2020 aus und hinterlässt den Kantonen hohe finanzielle Belastungen.

Mit Medical Schools zu weniger Kosten

Mit der Einführung von Medical Schools, wie sie bereits im angelsächsischen Raum existieren, liessen sich die Kosten des Medizinstudiums endlich anpacken. Medical Schools trennen ein ausschliesslich vorklinisches Bachelorstudium vom klinischen Masterstudiengang; hingegen schliesst die aktuelle Struktur des Medizinstudiums die klinische Ausbildung bereits im Bachelor-Studium ein. Diese gemischte Struktur verhindert Transparenz bei den Studienkosten, wie der vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation veröffentlichte Bericht belegt.

Ausserdem könnten Medical Schools Studierenden aus verschiedenen naturwissenschaftlichen Disziplinen den Zugang zum Masterstudiengang in Humanmedizin ermöglichen, wo die Kapazitäten vergrössert werden müssen. Damit liessen sich die Zugangswege zum Medizinstudium verbreitern und die Gesamtkosten des Studiums senken, während der heute von einigen Kantonen angewandte Numerus clausus hinfällig würde. Medical Schools erlauben zudem eine Verbesserung und Spezialisierung der vorklinischen Ausbildung, einschliesslich des Bereichs Hausarztmedizin.