11.01.2017 / Artikel / Staatspolitik und Recht / in puncto, Niklaus von Flüe, Bundesrat, Schweizer Geschichte, Geschichte

in puncto… Niklaus von Flüe

Im März des letzten Jahres fragte CVP-Nationalrat Dominique De Buman (FR) in einer Interpellation, ob der Bundesrat im Jahr 2017 bereit sei, sich im Gedenkjahr an Niklaus von Flüe zu engagieren, mit eigenen Veranstaltungen, Publikationen, oder mindestens mit finanzieller Unterstützung von Initiativen, die einer herausragenden Persönlichkeit der Schweizer Geschichte die Reverenz erweisen wollten.

In seiner Begründung schrieb De Buman: „Wir haben es der intensiven und von Erfolg gekrönten Vermittlungsarbeit dieses Eremiten, der davor Magistrat gewesen war, zu verdanken, dass die Eidgenossenschaft im 15. Jahrhundert eine schwere Krise überwinden und sich räumlich in das Gebiet der heutigen Westschweiz ausbreiten konnte. Von manchen Kreisen wird das Glück der Schweiz, vom Grauen der zwei Weltkriege verschont geblieben zu sein, auf Bruder Niklaus von Flüe zurückgeführt.“

Die Antwort des Bundesrats auf den Vorstoss erfolgte so schnell, knapp und ablehnend, dass einem der Unwillen der Verwaltung aus jedem Satz ins Auge springt, dass man sie mit so einer offensichtlich abwegigen Idee zu belästigen gewagt hat. Der Bundesrat wolle von seiner Zurückhaltung bei Erinnerungsfeiern zu historischen Ereignissen nicht abweichen.

Unsere Landesregierung kann manchmal nicht, was sie können müsste: Wissen, unterscheiden, führen, wagen. Wissen, dass Niklaus von Flüe eine einzigartige Persönlichkeit war, die den nationalen Zusammenhalt und Frieden förderte, wie wenige. Unterscheiden, was wichtig und weniger wichtig ist. Führen, indem man vorangeht in der Gestaltung solcher nationalen Erinnerungsjahre. Wagen, statt aus Angst vor Fehlern nichts zu tun. Für den Bundesrat ist Schweizer Geschichte ein Vakuum.

Wozu eigentlich scharen unsere Bundesräte so viele Kommunikationsleute um sich, wenn diese ihnen nicht einmal beibringen können, dass eine Landesregierung bei solchen Ereignissen kommunikativ und handelnd voran gehen müsste?

Später kritisiert man, wenn private Vereine oder Parteien mit Anlässen nach ihrem konservativen oder progressiven Gusto die Geschichte „instrumentalisieren“. Es ist ihnen nicht zu verdenken. Jedes Vakuum wird ausgefüllt, wenn man es zulässt.

In Obwalden hat verdankenswerterweise ein Organisationskomitee die Gestaltung des Gedenkjahres an Niklaus von Flüe selbst übernommen, ohne auf den Bund zu warten. Es hat ein hoch attraktives Programm auf die Beine gestellt (www.mehr-ranft.ch). Es ist diesen engagierten Menschen zu gönnen, wenn sie für ihre Initiative mit grossem Publikumsinteresse belohnt werden. Besuchen Sie diese Anlässe! Niklaus von Flüe hat es verdient, dass man sich an ihn mit Dankbarkeit erinnert.