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in puncto… 19. Dezember 2016

Am 19. Dezember 2016 schaute ich mir den Weihnachtszeitklassiker „Love actually“ an, einen Episodenfilm, der verschiedene Menschen zeigt in ihren Beziehungskonstellationen, ihren Stärken und Schwächen, ihren Herausforderungen, ihren Träumen und Wünschen. Eingebettet in ein vorweihnächtliches London (und etwas Portugal).

Dann erreichten mich drei Meldungen: Ein LKW rast in einen Berliner Weihnachtsmarkt (ich war ein paar Wochen vorher genau an diesem Ort, als man den Markt aufbaute), in Zürich fallen Schüsse in einem islamischen Gebetsraum, in Ankara wird der Russische Botschafter erschossen.

Die ersten Worte in „Love actually“ lauten: „Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich immer an die Ankunftshalle im Flughafen Heathrow. Es wird allgemein behauptet, wir lebten in einer Welt voller Hass und Habgier. Aber das stimmt nicht. Im Gegenteil, mir scheint, wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär. Aber sie ist immer da: Väter und Söhne, Mütter und Töchter, Ehepaare, frisch Verliebte, alte Freunde. Als die Flugzeuge ins World Trade Center flogen, gab es unter den Anrufenden der Menschen an Bord meines Wissens nach keine Hass- oder Rachebotschaften. Es waren alles Botschaften der Liebe. Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist.“

Es gibt genug Gründe, angesichts der weltpolitischen Lage deprimiert zu sein. Erst recht an Tagen wie dem 19. Dezember 2016. Aber es gibt mehr Gründe, die Hoffnung nicht zu verlieren. Wir, unsere Gesellschaft, unsere Kultur, haben mehr zu bieten als Hass, Angst, Verzweiflung. Auch daran erinnert Weihnachten. Besonders jetzt. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern besinnliche Festtage und die Hoffnung auf ein gutes neues Jahr.