30.11.2016 Artikel Die CVP Wahlen, CVP Stadt Bern, Bern, Reto Nause

Mut haben lohnt sich – CVP erfolgreich in Bern

Unter dem Titel „Erkenntnisreicher Risikosport“ habe ich vor einer Woche für mehr Mut in Wahlkämpfen und für die Bereitschaft zu Risiken geworben. In Bern ging diese Rechnung auf: Reto Nause bleibt für vier weitere Jahre in der Stadtregierung, dazu konnten wir unsere Sitze im Parlament der Stadt verteidigen und mehr Wählerinnen und Wähler mobilisieren als bei den Wahlen 2012. Erste Erkenntnisse aus diesen Wahlen.

Bern ist mehrheitlich rot-grün, also startet man als Partei der Mitte immer aus einer Minderheitsposition. Gerade für kleine Parteien ist daher die Verlockung gross, sich an eine starke Schulter anzulehnen. Das führt aber entweder nach ganz rechts, direkt in den Oppositionssumpf, oder nach links, wo man kurzfristig Macht und vermeintliche Anerkennung gewinnt, aber dann zu spät merkt, dass unsere Wählerinnen und Wähler Anbiederungen nicht goutieren. Kurz: Es braucht Mut und viel Energie, um sich in einem solchen Umfeld zu behaupten. Aber, und das ist die erste Erkenntnis aus diesen Wahlen, es gibt keine Alternative zu unserem eigenen Programm.

Die zweite Erkenntnis ist, dass ein attraktives Parteiprogramm, gute Kandidierende und eine starke Leistungsbilanz der vergangenen Legislaturperiode wichtig sind, aber alleine nicht für einen Wahlsieg reichen. Es braucht Präsenz auf der Strasse, es braucht Leute im Hintergrund und auch Geld. Das sind heute notwendige Bedingungen für einen Wahlerfolg in einem grossen Wahlkreis wie Bern. Hier tun wir uns oft sehr schwer: „Politik darf in der Schweiz nichts kosten“, das ist immer noch eine weit verbreitete Meinung in unserer Partei. Tatsächlich setzen unsere Gegner auf beiden Seiten des politischen Spektrums weit mehr Mittel ein als wir. Für die CVP Stadt Bern hat sich in diesem Zusammenhang die Umstellung auf die von der CVP Schweiz angebotene zentrale Mitgliederverwaltung enorm gelohnt: Ohne den wirkungsvollen Einsatz dieses Werkzeugs hätte es wohl nicht gereicht.

Die dritte Erkenntnis ist, dass Herausforderungen auch Chancen sind: Reto Nause wird – als einziger bürgerlicher Vertreter im Gemeinderat – in der kommenden Legislaturperiode besonders gefordert sein. „Der Gemeinderat ist für die ganze Stadt und für alle Einwohnerinnen und Einwohner Berns da. Die öffentliche Sicherheit, die Rahmenbedingungen für das städtische Gewerbe und natürlich die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt – das sind alles Bereiche, auf die wir besonders Acht geben müssen“, so seine erste Reaktion. In den kommenden vier Jahren werden wir die Interessen von viel mehr Personen verteidigen, als wir Wähler zählen können. Auch das braucht Mut, schafft aber neue und interessante Perspektiven.