15.11.2016 Artikel Die CVP CVP Stadt Bern, Wahlen, Reto Nause

Wahlen in Bern: Erkenntnisreicher Risikosport

Die Stadtberner Wahlen waren noch nie ein Spaziergang für die CVP. Dieses Jahr ist es noch etwas härter als früher: rot-grüne Dominanz auf allen Ebenen, ein riesiges Kandidatenfeld für die Stadtregierung und ein CVP-Spitzenkandidat mit vielen Gegnern. Viel Feind, viel Ehr’ – das trifft hier sicher zu.

In Bern spielt die CVP mit Wähleranteilen von 2,5 bis 4 Prozent traditionell eine Nischenrolle. Aber immer wieder gelingt es, in der Legislative wichtige Impulse zu geben und in der Regierung Einsitz zu nehmen. Am 27. November stehen die nächsten Wahlen an. Selten war die Ausgangslage schwieriger: Für den Stadtrat (Parlament) treten wir mit einer verjüngten Liste und den Bisherigen Michael Daphinoff und Milena Daphinoff an der Spitze an. Die Liste ist wirtschaftsnah, verantwortungsbewusst und nach Alter und Geschlecht ausgewogen – eine attraktive Sache, wäre Berns Politik etwas weniger polarisiert.

Für die Exekutive verfügen wir mit Reto Nause über einen sehr erfahrenen Gemeinderat und ausgewiesenen Kämpfer. Diesmal ist er aber so unter Druck wie nie: Sowohl von links wie auch von rechts wird er bedrängt, links wie rechts lassen ein regelrechtes Feuerwerk ab. Beide Lager sind innerlich gespalten und zerstritten, was sich in der hohen Zahl von Kandidierenden widerspiegelt. Normalerweise ist das gut für Kandidierende, die über eine gute Leistungsbilanz verfügen und sich im Wahlkampf souverän zeigen. In Bern wird aber auch die Regierung nach Proporz bestellt, womit Nauses Wahlerfolg in hohem Masse von der Stärke oder Schwäche der Listenpartner und den Gegnern abhängt. Dazu steht er als Sicherheitsdirektor unter strenger Beobachtung: Fussballfans, Reitschüler und Demonstranten auf der einen, Beamte, Parteien, Medien und Verbände auf der anderen Seite – alle schauen genau hin. Dass er auch noch ein erfolgreicher Wirtschafts- und Energieminister ist, geht dabei leider oft unter.

Wahlkampf in Bern ist für die CVP eine Risikosportart, aber auch ein Labor für die Zukunft der ganzen Partei. Gelingt es in Bern zu bestehen, dann klappt es auch anderswo – den Mutigen gehört die Welt!