31.08.2016 Artikel Klima & Umwelt Grüne Wirtschaft, Konsumentenschutz, Wirtschaft, Arbeitsplätze, Ressourcen

Wir alle bezahlen einen hohen Preis

Die Grüne Partei behauptet, dass ihre Initiative „Grüne Wirtschaft“ nur Auswirkungen auf Schweizer Unternehmen hat. Der Bundesrat kommt zu einem ganz anderen Schluss. Sowohl an seiner Medienkonferenz am letzten Donnerstag, als auch in der vom Bundesamt für Umwelt in Auftrag gegebenen Studie wird klar: Konsumenten trifft es am stärksten.

Man muss kein Experte sein um zu sehen, dass die Initiative äusserst radikal ist. Eine Senkung des Schweizer Energie- und Rohstoffverbrauchs um weit mehr als zwei Drittel ist nur durch sehr strenge Massnahmen realisierbar. Sagen wir im September JA zu dieser Initiative, befürworten wir gleichzeitig neue Vorschriften und Steuern. Diese zwingen uns deutlich spürbare Verhaltens- und Konsumänderungen auf. Aus Sicht der Konsumenten bedeutet dies: weniger Wahlfreiheit, mehr Bevormundung und höhere Kosten.

Jede und jeder ist persönlich betroffen

Die Umerziehungsmassnahmen tangieren uns beim Wohnen, bei der Ernährung und im Verkehr. Denn diese drei Lebensbereiche verursachen je einen Drittel der Schweizer Gesamtumweltbelastung. Damit wird unser gewohntes Leben von Grund auf infrage gestellt. Die Grünen wollen uns vorschreiben, wie wir uns ernähren sollen, ob und wohin wir in die Ferien gehen, wie wir wohnen und wie wir unseren Alltag gestalten.

Viele unter uns sind vielleicht schon heute Vegetarierinnen oder Vegetarier, sind mehrheitlich mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs oder wohnen in einer Minergie-Wohnung. Betroffen sind dennoch alle. Eine erzwungene Reduktion des heutigen Energie- und Rohstoffverbrauchs um mehr als zwei Drittel ist derart extrem, dass sie nicht ohne persönliche Folgen für jede und jeden von uns bleibt. Nur auf Fleisch zu verzichten, reicht bei Weitem nicht aus. Ebenso im Fokus stehen andere Lebensmittel wie Joghurt oder Fisch, aber auch importierte Früchte oder Kaffee. Auch der öffentliche Verkehr bleibt von der Initiative nicht verschont. Im BAFU-Studienbericht steht klar geschrieben, dass die Gesamtanzahl an Fahrten gesenkt werden muss. Das heisst konkret, nicht nur Auto- oder Motorradfahrer müssen ihre persönliche Fahrleistung einschränken. Auch wer täglich zur Arbeit pendelt ist betroffen. Beim Wohnen drohen uns neue Vorschriften zur Reduktion der Wohnfläche und Zimmertemperatur sowie höhere Preise für Mieten, für Hypothekarbelastungen sowie für Strom.

Überhöhte Preise zementieren die Hochpreisinsel Schweiz

Die Initiative führt in absehbarer Zeit zu einer neuen Zweiklassengesellschaft. Denn die Preissteigerungen treffen Familien, Geringverdienende und den Mittelstand am stärksten.

Und was passiert bei der Wirtschaft, wenn die Preise für Produkte und Dienstleistungen in der Schweiz weiter steigen? Der Einkaufstourismus wird verstärkt – mit schwerwiegenden Folgen für unseren Werkplatz. Betriebe und unzählige Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Die Volksinitiative ist schlicht nicht durchdacht, da die Schweiz keine Insel ist.

Dass nun die Stiftung für Schweizer Konsumentenschutz (SKS) an vorderster Front für ein JA kämpft, ist vor diesem Hintergrund schleierhaft. Schliesslich brüstet sich die SKS auf ihrer Webseite mit Slogans wie „SKS – stärkt die Konsumenten“ oder „die SKS setzt sich für die Anliegen der Konsumenten ein“. Wer aber bewusst Bevormundung und Zwangsmassnahmen über Selbstbestimmung und Wahlfreiheit stellt, erweist den Schweizer Konsumenten keinen Dienst.

Gut gemeint – falsch gemacht

Ressourceneffizienz ist wichtig, ja. Aber ein nationaler Alleingang mit weiterer «Regulierung» und neuen «Lenkungsabgaben» ist die falsche Antwort auf die globalen Herausforderungen. Sinnvoller ist es, den eingeschlagenen Weg der Eigenverantwortung von Konsumenten sowie von Unternehmen konsequent weiterzuverfolgen. Denn schon heute belegen wir in internationalen Nachhaltigkeitsrankings jedes Jahr von neuem Spitzenplätze. Die Initiative «Grüne Wirtschaft» ist viel zu extrem und schlicht nicht umsetzbar. Sie zwingt zu erheblichen Einbussen in unserem gewohnten Lebensstil. Dieser grüne Käfig ist aus Sicht von Konsumenten in der Volksabstimmung vom 25. September klar abzulehnen.