02.05.2016 Artikel Familie Präimplantationsdiagnostik, Familien, Fortpflanzungsmedizin

Ja zum Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG)

Nachdem die CVP-Delegierten bereits die im Juni 2015 vom Schweizer Volk deutlich angenommene Verfassungsänderung zur Präimplantationsdiagnostik (PID) unterstützt hat, haben nun die Delegierten auch die entsprechende Gesetzesvorlage mit 191 Ja bei 132 Nein-Stimmen, (bei 23 Enthaltungen) zur Annahme empfohlen. Das Ja zum Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG) ist wichtig, weil es die Präimplantationsdiagnostik (PID) der Pränataldiagnostik gleichstellt.

Die PID ist ein seit mehr als 20 Jahren erprobtes medizinisches Verfahren und in den meisten europäischen Ländern zugelassen. In der Schweiz hingegen ist die PID noch verboten. Für Paare, die ihren Kinderwunsch nur mit medizinischer Hilfe erfüllen können und verhindern wollen, dass ihr Kind von einer Erbkrankheit betroffen sein wird, gibt es deshalb nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie gehen für eine PID ins Ausland oder die Frau lässt sich die befruchtete Eizelle einsetzen und nutzt dann die Möglichkeiten der Pränataldiagnostik. Ist der Embryo Träger einer Krankheit muss sie sich für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden.

Jedes Paar entscheidet unabhängig

Die PID kann nur von Paaren, die Träger von schweren Erbkrankheiten sind (rund 100 Fälle pro Jahr) in Anspruch genommen werden und von Paaren, welche auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen können. Jedes Paar entscheidet selbst und unabhängig, ob es eine PID durchführen und die befruchtete Eizelle vor der Übertragung in den Mutterleib auf Chromosomenstörungen untersuchen lassen will. Die Kosten für die PID müssen die Paare im selber tragen.

Sogenannte „Designerbabys“ bleiben verboten. Auch mit dem neuen Gesetz gibt es keine Selektion nach Geschlecht, Augenfarbe, etc. Retterbabys und Eispenden bleiben ebenfalls verboten. Das Gesetz setzt klare Grenzen und es geht absolut nicht um Genmanipulation, um einen Gentech-Menschen oder um einen ethischen Dammbruch, wie dies die Gegner wider besseres Wissens beschwören.

Gleichstellung der PID mit der PND

Das Gesetzt setzt der Fortpflanzungsmedizin klare Grenzen und stellt die Präimplantationsdiagnostik (PID) der Pränataldiagnostik gleich. Untersuchungen, welche heute bis in die zwölfte Schwangerschaftswoche zugelassen sind, sollen auch an der fünf Tage alten befruchteten Eizelle möglich sein.

Es ist gerade aus ethischer Beurteilung nicht einleuchtend, wieso Tests in der zwölften Schwangerschaftswoche zugelassen, am fünften Tag nach der Befruchtung der Eizelle aber verboten sind. Damit werden Frauen gezwungen, sich die befruchteten Eizellen einpflanzen zu lassen, um den Embryo später allenfalls abzutreiben. Aus moralischer Sicht erachte ich dies als höchst problematisch, denn je entwickelter ein Embryo ist, desto schützenswerter ist er.

Ja zum Fortpflanzungsmedizingesetz

Bei einem Ja zum Fortpflanzungsmedizingesetz geht es mitnichten um die Selektion von Leben oder um lebenswerte oder lebensunwerte Menschen. Es geht um den Schutz vor gesundheitlichen Risiken und die Verhinderung von Abtreibungen. Deshalb ist diesem Gesetz am 5. Juni zuzustimmen.