03.12.2015 Artikel Die CVP Nationalrat

Dienen und den Kompromiss suchen

Der Freiburger Dominique de Buman wurde am Dienstag zum zweiten Vize-Präsident des Nationalrates gewählt. Ein Interview.

Was ist die Rolle des Vize-Präsidenten des Nationalrates?

Die Funktion des Vize-Präsenten gleicht einer Lehrlingszeit und entspricht mit der Parteienvertretung im Sinne des Schweizerischen Verständnisses der Gewaltenteilung. Es gibt dabei kein spezielles persönliches Interesse. Allerdings kann es im Interesse der Partei sein, einen zusätzlichen Vertreter im Büro des Nationalrates zu haben. 

Wieso will die CVP im Büro ihren Einfluss wahren?

Der CVP als Vertreterin des Föderalismus ist die Zuteilung der Geschäfte in den Ständerat oder den Nationalrat wichtig. Der sogenannte Erstrat kann ein Geschäft prägen und ihm seinen Stempel aufdrücken. Ein Geschäft kann, je nachdem welcher Rat es zuerst behandelt, entweder einen Abdruck der kantonalen Befindlichkeiten oder einen Abdruck der politischen Mehrheiten des Landes bekommen.

Im Büro werden oft auch Änderungsvorschläge für die Parlamentsfunktionen oder Fragen zu rein Administrativem behandelt. Unsere Partei hat eine ausgeprägte Regierungserfahrung, übernimmt Verantwortung, sucht den gesunden Menschenverstand und mag keine Extremen. Deshalb ist es wichtig, dass diese Charakteristiken auch in die Arbeitsweisen des Büros einfliessen.

Welche Richtung möchten Sie Ihrer neuen Funktion verleihen? 

Es ist eine Funktion im öffentlichen Dienst, eine Ehre, aber nicht mit Macht verbunden. Ein Ratspräsident kann verschiedene Sichtweisen äussern, kann eine Debatte mit Humor auflockern oder eine herzliche Note in die Präsentation des Rates und seiner Mitglieder einfliessen lassen.

Ausserdem glaube ich, dass das Präsidium des Nationalrates vor allem die Verständigung der Ratsmitglieder in den Vordergrund rücken muss, wie auch unsere Partei den Menschen ins Zentrum der Gesellschaft stellt. Wir haben kein Interesse an einer Disharmonie, die eine Verzögerung im Rhythmus der Dossierbehandlung zur Folge hat und schlussendlich zu einer Ineffizienz des Parlaments führt. Es liegt in der DNA eines Christdemokraten, die Idee des Zusammenhalts, des Kompromisses und der Effizient zugunsten des Landes weiterzugeben. Und ich werde mein Bestes geben damit unsere Fraktion so vertreten wird, wie sie es verdient.