20.11.2015 Artikel Die CVP

Ein schöner Rückblick und ein sorgenvoller Ausblick

Das Verdikt ist sportlich zu nehmen, wenn 450 bürgerliche Stimmen gefehlt haben ist allerdings viel Pech dabei. Also das war’s – die Politkarriere des Markus Lehmann. Im strahlenden Alter von doch schon 60 Jahren blicke ich auf drei Karrieren zurück. Sport, Beruf und Politik.

Die des Handballers, der in der Schweiz alles erreicht hat was es zu gewinnen gab und mit der Nationalmannschaft wunderbare Siege feiern durfte. Den wohl schönsten im Mekka des Handballs, in Dortmund, gegen den amtierenden Weltmeister Deutschland. Es war zwar nur ein Unentschieden, stürzte unseren Nachbarn aber ins "handballerische“ Elend.

Während der Zeit als Sportler wie auch als Politiker bin ich immer zu 100 Prozent meinem Beruf in der Assekuranz – und damit in meinem eigenen Unternehmen – nachgegangen, denn mir war und ist klar, dass immer eine Verletzung oder später eine Nichtwiederwahl möglich ist. Darum hat es mir am 18. Oktober nicht gleich die Sprache verschlagen. Ich bedaure den Sitzverlust, vor allem für meine CVP in Basel. Diese wird es vermutlich kaum jemals mehr wieder schaffen, ein Nationalratsmandat zu ergattern. Dafür sorgten leider die fehlenden Stimmen aus vier Parteien in der Listenverbindung. Knapp daneben ist halt auch daneben – wie im Sport!

Bürgerliche Politik mit Bedacht und Weitsicht

Sorgenvoll schaue ich auf die Zukunft unserer CVP. National wie kantonal müssen die Ausrichtungen der CVP überdacht werden und zwar so, damit die Partei künftig für die Herausforderungen bereit und eine klare Linie erkennbar ist. Die CVP ist eine Partei des Mittelstandes und der KMU. Es macht wenig Sinn, wenn man sich vorwiegend mit der Familienpolitik profilieren möchte – ein Thema welches von links und rechts je nach Bedarf besetzt wird. Haben wir doch den Mut konsequent eine bürgerliche Politik mit Bedacht und Weitsicht zu betreiben.

"Wohlstand mit Anstand" muss das Motto der CVP sein und nicht eine Politik "es allen Recht machen zu wollen". Diese Zeiten sind vorbei, ausser man will sich selber abschaffen. Die CVP hat immer noch die besten Köpfe, was bei Majorzwahlen in den Kantonen weiterhin besticht. Was uns fehlt ist der Mannschaftgeist, geschlossen aufzutreten und die Fehler aus der Vergangenheit zu eliminieren, kluge strategische Arbeit in Bern und den Kantonen sind ein Muss. Dabei müssen alte Zöpfe abgeschnitten und persönliche Befindlichkeiten auch von CVP-Exponenten überdacht werden. Ich hoffe, wir finden den Kurs, der uns weiterbringt, denn eine erfolgreiche Schweiz braucht eine starke, aber liberal ausgerichtete CVP, mehr denn je.

Man soll zwar niemals nie sagen, aber ich beende meine politische Karriere Ende November, aufrecht und ohne mich je verbogen zu haben, mit einem Schmunzeln im Gesicht und einem guten Gefühl Einiges erreicht zu haben in meinen Karrieren. "Aadie zämme!"