26.08.2015 Artikel Bildung & Forschung

Fortschritt durch Vereinheitlichung

So lobenswert der Föderalismus in vielen Belangen ist, so erschwerend kann dieser sein, wenn es um die Bildung geht. Vom Lehrplan 21 profitiert vor allem die Nordwestschweiz von einer gewissen Vereinheitlichung der Lehrpläne. Während Eltern heute in Schwierigkeiten kommen, wenn sie schon nur von Basel-Stadt nach Baselland ziehen wollen, werden Kinder künftig relativ problemlos den Kanton und das Schulsystem wechseln können.

Aus baselstädtischer Sicht ist man versucht zu sagen, dass jede Schulreform gut ist. Denn wer in den vergangenen Jahren das vermutlich “schlechteste“ Schulsystem der Schweiz erlebt hat, ist einfach nur froh, dass dieses nun ändert. Dass man zumindest die Grundsäulen der Schweizerischen Bildungslandschaft nun vereinheitlich, ist ebenfalls erfreulich. Denn nur durch eine Vereinheitlichung werden die Schulsysteme auch vergleichbar. Diese Vergleichbarkeit ist unbedingt notwendig, um bei Verbesserungsbedarf auch richtig einschreiten zu können.

Im Lehrplan 21 wird ausserdem viel Wert auf die Erlernung von Kompetenzen gelegt und weniger auf das Erlernen einzelner Daten und Fakten – aus diesem Grund wurden auch einige Unterrichtsfächer zusammengelegt. Dies führt immer wieder zu grossen Diskussionen darüber, ob diese Entwicklung nun ein Fortschritt oder Rückschritt ist. Ich denke, das Erlernen von Kompetenzen, wie man beispielsweise etwas angeht, durchdenkt oder auch nachschaut, ist letztlich im Leben wichtiger, als das blosse Wissen einer Jahreszahl.

Insgesamt ist der Lehrplan 21 sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Auch wenn die Umstellung besonders für die Lehrkräfte intensiv ist und viel Mehraufwand mit sich bringt, muss man Bisheriges immer wieder hinterfragen und sich auch getrauen etwas zu verändern. Ansonsten wird man sich nie weiterentwickeln und verbessern.