20.05.2015 Artikel Die CVP DIP, Regelung, Fortpflanzungsmedizin

Ja zu einer vernünftigen Regelung der Fortpflanzungsmedizin

Mit dem neuen Verfassungsartikel machen wir einen moderaten Schritt hin zu einer zeitgemässen Fortpflanzungsmedizin. Er schafft die Voraussetzung für optimale Kinderwunschbehandlungen mit weniger Risiken für die Mütter und für die frühestmögliche Form der Pränataldiagnostik, die sogenannte PID (Präimplantationsdiagnostik). Designer- oder Retter-Babys bleiben verboten.

Europaweit ist die PID nur in der Schweiz und in Litauen verboten. Für Paare, die ihren Kinderwunsch nur mit medizinischer Hilfe erfüllen können und verhindern wollen, dass ihr Kind von einer Erbkrankheit betroffen sein wird, gibt es deshalb nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie gehen ins Ausland oder die Frau lässt sich die befruchtete Eizelle einsetzen und nutzt dann die Möglichkeiten der Pränataldiagnostik. Ist der Embryo Träger einer Krankheit, liegt die Entscheidung für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch bei den Eltern. 

Tests nicht erst im 3. Monat erlauben

Es leuchtet nicht ein, wieso Tests in der 11. Schwangerschaftswoche zugelassen, am 5. Tag nach der Befruchtung aber verboten sind. Damit werden Frauen gezwungen, sich die befruchteten Eizellen einpflanzen zu lassen um den Embryo später gegebenenfalls abzutreiben. Aus ethischer Sicht erachte ich dies als höchst problematisch, denn je entwickelter ein Embryo ist, desto schützenswerter ist er. 

Die Anpassung des Verfassungsartikels ist aber in erster Linie für die Mehrzahl der Patientinnen von Bedeutung, welche eine In Vitro Fertilisation ohne Präimplantationsdiagnostik durchführen wollen. Bedingt durch das heutige Gesetz müssen teilweise mehrere Behandlungszyklen mit entsprechenden Belastungen durchgeführt werden. Mit der Verfassungsänderung kann die Behandlungszeit verkürzt und damit können gesundheitliche Risiken reduziert werden. 

Medizintourismus verhindern

Bei einer Ablehnung der Verfassungsänderung ist zu befürchten, dass Paare für ganz normale Kinderwunschbehandlungen zunehmend ins grenznahe Ausland gehen, weil sie dort optimale Behandlungen mit besseren Chancen auf eine Schwangerschaft bekommen als in der Schweiz. Mit einem Ja zur Verfassungsreform verhindern wir den medizinischen Rückschritt in unserem Land sowie einen Medizintourismus ins Ausland. Gleichzeitig setzen wir aber klare Grenzen, in dem Retter- und Designerbabys wie auch Eispenden verboten bleiben. Auf Grund medizinischer und ethischer Erwägungen sage ich klar JA zum Verfassungsartikel.