05.03.2015 Artikel Sicherheit Initiative, Kindswohl, Schutz

Initiative schädlich für Kindswohl

Die CVP lehnt die Volksinitiative „Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule“ ab. Die geforderte neue Verfassungsbestimmung ist brandgefährlich für das Kindswohl, verhindert Prävention und ist ein absolut überflüssiger Eingriff in die kantonale Schulhoheit.

Die sexuelle Erziehung ist ein sensibles Thema und die primäre Verantwortung liegt bei den Eltern. Der schulische Sexualkundeunterricht dient aber auch als gesundheitliche Prävention vor sexuellen Krankheiten und Schutz der körperlichen Integrität. Die Volksinitiative richtet sich nun gegen einen obligatorischen Sexualkundeunterricht in Kindergarten und Primarschule. Sie würde einen obligatorischen Unterricht zur Vermittlung von Wissen über die menschliche Fortpflanzung und Entwicklung im Rahmen des Biologieunterrichts erst ab dem zwölften Altersjahr zulassen.

Die Initiative verhindert damit aktiv, dass Kinder und Jugendliche durch schulische Präventionsmassnahmen vor sexueller Gewalt geschützt werden. Das ist eine unglaubliche Forderung, wenn man davon ausgeht, dass gerade Mädchen und Jungen im Alter von sieben bis zwölf Jahren am meisten von sexuellem Missbrauch betroffen sind. Ein wirksamer Kindesschutz bedingt, dass ein Kind seine Grenzen wahrnehmen kann und sie zu verteidigen weiss respektive Hilfe holt, wenn es unangenehme Berührungen, Übergriffe oder gar Gewalthandlungen seitens (auch nahestehender) Erwachsener erfährt. Die Initiative will zwar Prävention vor sexuellem Missbrauch schon ab dem Kindergarten zulassen, aber ohne zu erklären, was sexueller Missbrauch ist. Wie soll das funktionieren?

Wir nehmen einen nicht altersadäquaten Sexualkundeunterricht ernst. Die Initiative bekämpft jedoch Ziele, die weder von den Bildungsbehörden noch von den Schulen angestrebt werden. Bereits heute finden im Kindergarten und bis gegen Ende der Primarschule kein obligatorischer Sexualkundeunterricht und keine Aufklärung im eigentlichen Sinne statt. Die Sexualerziehung der Kinder und Jugendlichen liegt bei den Eltern. Die Schule soll nur unterstützend im Rahmen ihres öffentlichen Bildungsauftrags grundlegende Kenntnisse zur gesundheitlichen Prävention und zur Sexualität vermitteln. Wie an den Schulen Sexualkundeunterricht erteilt wird, soll weiterhin Sache der Kantone sein. Vorschriften in der Verfassung zur Aufklärung taugen nicht.