Ja zur Steuerreform (USRIII)

USR3

Worum geht es?

Heute gilt in den Kantonen eine Sonderbesteuerung für die Erträge von Holding- und Verwaltungsgesellschaften, welche sie im Ausland erwirtschaften. Diese ist international nicht mehr akzeptiert und die Schweiz riskiert mit ihrer aktuellen Steuerpraxis international auf schwarze und graue Listen gesetzt zu werden. Im Rahmen der Unternehmenssteuerreform III (USR III) müssen die kantonalen Steuerstatus deshalb abgeschafft werden. Für international tätige Unternehmen führt dies bis zu einer Verdoppelung der heutigen Steuerbelastung. Es ist davon auszugehen, dass viele Kantone darum tiefere Gewinnsteuern für alle Unternehmen einführen, um die Steuerattraktivität zu gewährleisten.

Das Parlament hat beschlossen, diese Anpassung mit verschiedenen Massnahmen abzufedern. Die Massnahmen entsprechen den internationalen Standards und bewirken, dass alle Firmen mit Sitz in der Schweiz gleich behandelt werden. Die verschiedenen Massnahmen dienen dazu, die internationale Steuerattraktivität zu gewährleisten und gleichzeitig die Mindereinnahmen von Bund und Kantonen zu minimieren.

Die Unternehmenssteuerreform umfasst folgende Massnahmen:

  • Einführung einer kantonalen Patentbox, welche die Steuern auf Erträgen aus geistigem Eigentum reduziert.
  • Die Kantone können einen um maximal 50 % höheren Abzug für Kosten für die im Inland getätigte Forschung und Entwicklung vorsehen.
  • Die zinsbereinigte Gewinnsteuer wird auf Bundesebene eingeführt, die Kantone können dieses Instrument bei Bedarf einsetzen.
  • Der Kantonsanteil an den Bundessteuern wird von 17 % auf 21,2 % erhöht, um die finanziellen Lasten fair zwischen Bund sowie Kantonen und Gemeinden zu verteilen.

Fünf Gründe für die Steuerreform:

  • JA zu einem starken Wirtschaftsstandort Schweiz
    Nur wenn die Schweiz international steuerlich attraktiv bleibt, ist sie weiterhin wirtschaftlich konkurrenzfähig. Und nur so können unsere Arbeitsplätze gesichert werden. Gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Situation mit dem starken Franken ist es wichtig, dass internationale Firmen in der Schweiz Rechtssicherheit und eine attraktive Steuerpolitik vorfinden. Die USR III trägt dazu bei, dass die Unternehmenssteuern auf längere Zeit international konform und attraktiv ausgestaltet sind.
  • Arbeitsplätze sichern
    Heute gibt es in der Schweiz 24‘000 Firmen mit 150‘000 Arbeitnehmenden, die von den kantonalen Sondersteuern profitieren. Zudem hängen nochmals zehntausende Arbeitsplätze bei Schweizer KMU direkt von der Nachfrage der international tätigen Unternehmen ab. Diese sind sehr mobil und die Steuern sind oft ausschlaggebend für die Investition in einen Hauptstandort. Dank der USR III bleiben diese Unternehmen in der Schweiz und somit tausende Arbeitsplätze gesichert.
  • Starke inländische Forschung dank USR III
    Die USR III stärkt den Forschungsstandort Schweiz entscheidend, denn die Unternehmen können neu auf Kantonsebene von einer Patentbox profitieren. Zudem können sie je nach Kanton bis zu 50% mehr Abzüge auf Aufwendungen für Forschung und Entwicklung geltend machen. Dies gilt nur für getätigte Investitionen im Inland und ist somit eine Investition in einen starken Forschungsstandort Schweiz.
  • JA zu einem föderalistischen Steuersystem
    Die USR III wurde gemeinsam mit den Kantonen und ganz im Sinne unseres föderalistischen Steuersystems konzipiert. Um die finanziellen Lasten fair zwischen Bund einerseits sowie Kantonen und Gemeinden andererseits aufzuteilen, wird der Kantonsanteil an den Bundessteuern von 17 % auf 21,2 % erhöht. Dies gibt den Kantonen den entscheidenden Spielraum, um selbst festzulegen, welche Massnahmen sie zur Sicherung der Standortattraktivität umsetzen möchten
  • KMU profitieren von der Reform
    Die Schweizer KMU profitieren sowohl direkt wie auch indirekt am meisten von der USR III. Mit der Reform werden sie direkt von tieferen Gewinnsteuern, der zinsbereinigten Gewinnsteuer, der Patentbox und den erhöhten Abzügen für Forschung und Entwicklung profitieren. Indirekt profitieren die KMU davon, dass die Schweiz dank der Reform für international mobile Unternehmen attraktiv bleibt und sie damit weiterhin von der Nachfrage dieser Firmen profitieren können. 

Empfehlung

  • Im Nationalrat wurde das Gesetz mit 139 zu 55 Stimmen bei 2 Enthaltungen angenommen.
  • Im Ständerat wurde das Gesetz mit 29 zu 10 Stimmen bei 4 Enthaltungen angenommen.
  • Die CVP-Parlamentarierinnen und -Parlamentarier stimmten dem Gesetz im Ständerat und im Nationalrat einstimmig zu.