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Erschienen am 19.11.2009
Countdown bis Kopenhagen!
ETH-Klimablog vom 18.11.09
Kathy Riklin, Nationalrätin (ZH), Präsidentin des OcCC, des beratenden Organs für Fragen der Klimaänderungen
CO2-Prozent-Ablasshandel oder Verweigerung? Filibustern oder Mitmachen?
Der Countdown läuft. Auch falls wir noch so gewaltige
Treibhausgasreduktionen beschliessen und erzielen, werden die
Erdtemperaturen steigen. Die Erderwärmung der nächsten Jahrzehnte ist
nicht mehr aufzuhalten. Die Klimaerwärmung findet statt. Dies muss man
den Klimaskeptikern klipp und klar, deutlich und energisch ins Gesicht
sagen. Das Wegreden der Erderwärmung ist ein Vogelstraussverhalten mit
Kollateralschäden für die ganze Erdbevölkerung.
Bis Kopenhagen sind es nur noch 18 Tage. Die Politik, unsere Entscheidungsträger sind gefordert. Auch wenn die Schweiz «nur» etwa 0,2 Prozent der Treibhausgase ausstösst, sind wir als 7-Millionen-Volk zum Handeln aufgefordert - genauso wie alle übrigen 191 Länder der Erde, welche in Kopenhagen dabei sein werden.
Die Zeit eilt – wir müssen weiter vorausschauen! Die EU hat das Thema «Klima» ganz oben auf ihre Agenda gesetzt. Die Schweiz hat sich in ihren Forderungen der EU angeschlossen: 20 Prozent (Basis 1990) weniger Treibhausgasausstoss bis 2020. Und falls auch andere grosse Nationen mitmachen, sind wir bereit, um 30 Prozent zu reduzieren. Doch die Zeit eilt. Das Jahr 2020 kommt schon bald. Bis zum nächsten weltpolitischen Zieleinlauf sind es nur noch 4060 Tage oder 11 Jahre und 1 ½ Monate. Wir müssen weiter vorausschauen, weit über die üblichen Wahlperioden der Politikerinnen und Politiker hinaus. Von grösster Bedeutung ist ein deutliches Reduktionsziel bis zum Jahr 2050. Um die Erderwärmung bei +2°C bis maximal +2,4°C Temperaturerhöhung zu stabilisieren, soll und muss die Schweiz den CO2-Ausstoss mittelfristig um mindestens 80 Prozent senken. Denn wer nicht nach dem Vorsorgeprinzip handelt, agiert verantwortungslos.
Solidarität wird nötig sein Wir müssen neben der Mitigation (Verringerung) auch Massnahmen zur Adaption (Anpassung) unterstützen, denn die Anpassung an ein neues Erdklima wird unumgänglich sein. Bauliche Schutzmassnahmen und Anpassungen an die veränderten Niederschlagsverhältnisse werden in allen Regionen der Welt notwendig sein, auch in der Schweiz. Wir als wohlhabendes Land werden die Kosten bewältigen können. Viele Länder auf der Erde, darunter vor allem ärmere Entwicklungsländer sind auf unsere solidarische Hilfe dringend angewiesen, Sie müssen deutlich gravierendere Folgen gewärtigen und verfügen nicht über genügend finanzielle Möglichkeiten zur Anpassung,.
Handeln statt Parlieren Auch wenn gewisse politische und wirtschaftliche Kreise gerne zum «Business-as-usual» zurückkehren möchten, weil sie um die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit fürchten, steht fest: Der grosse Teil der Schweizer Bevölkerung ist der Meinung, dass die Klimaerwärmung höchste Priorität hat und grosser Handlungsbedarf besteht. Der Countdown läuft, als politische Entscheidungsträger müssen wir daher unsere hohe Verantwortung wahrnehmen. Volksvertretende: Augen auf, nicht nur Parlieren sondern Handeln!
Kontakt: Kathy Riklin
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