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Erschienen am 17.11.2009
Aufruf der Parteipräsidenten: NEIN zur Minarett-Initiative
CVP Schweiz
Sehr geehrte Damen und Herren Der Bundesrat, das Parlament, die Christdemokraten, FDP.Die Liberalen, die Sozialdemokraten, die Bürgerlich-Demokratische Partei, die Grünen, die Grünliberalen, die Evangelische Volkspartei, die Christlich-soziale Partei, die Partei der Arbeit sowie die Wirtschaftsorganisationen und die Gewerkschaften sind sich einig: NEIN zur Minarett-Initiative
Die Initiative verstösst gegen unsere Grundwerte In der Schweiz hat jeder ein Recht auf freie Meinungsäusserung, Glaubensfreiheit und Gleichheit vor dem Gesetz. Diese Werte sind die Grundpfeiler unserer Verfassung und unserer Demokratie. Die Schweiz würde ihre eigenen Werte missachten, ohne im Gegenzug etwas zu gewinnen.
Die Initiative ist unnötig, das geltende Recht reicht Die Schweiz hat die rechtlichen Mittel, um religiöse Gebäude (Minarette oder andere) abzulehnen. Sollte an einer ungeeigneten Stelle gebaut werden, können Kantone und Gemeinden auf das Raumplanungs- und Baurecht zurückgreifen. Es ist unnötig, ein pauschales Verbot in der Verfassung zu verankern.
Die Initiative gefährdet den Religionsfrieden Unter dem Vorwand gegen Extremisten vorzugehen, wird eine Religion diskriminiert, bei welcher eine überwiegende Mehrheit in unserem Land gut integriert ist. Die Initiative provoziert religiöse Spannungen und untergräbt den jahrhundertelangen Religionsfrieden in der Schweiz.
Die Initiative sorgt nicht für mehr Sicherheit Der Kampf gegen alle Formen des Extremismus und Fundamentalismus ist eine wichtige Aufgabe des Staates. Er muss dafür sorgen, dass Gebetsorte nicht dafür missbraucht werden, um gewalttätige Ideologien zu verbreiten, welche extremistisch und gefährlich für die Demokratie sind. Die Initiative trägt aber nicht zur Sicherheit bei, da sie nur verbietet, Türme zu bauen.
Die Initiative ist gefährlich und kontraproduktiv Die alleinige Diskriminierung des islamischen Glaubens (andere Religionen kennen kein vergleichbares Bauverbot), wird die Extremisten stärken; sie werden zur Bekämpfung dieser Diskriminierung aufrufen.
Die Initiative zerstört die Integrationsbemühungen Die Geschichte zeigt, dass durch die Integration Religions- und Bürgerfrieden und somit Sicherheit entsteht. Die Initiative bewirkt aber das Gegenteil: Sie zerstört die Integrationsbemühungen. Wir verlangen, dass sich jeder integriert und unsere abendländischen Werte respektiert.
Wir empfehlen Ihnen am 29. November NEIN zu stimmen
Bern, 17. November 2009
Christophe Darbellay, Präsident der CVP Schweiz
Christian Levrat, Präsident der SP Schweiz
Fulvio Pelli, Präsident der FDP.Die Liberalen
Ueli Leuenberger, Präsident der Grünen Partei der Schweiz
Hans Grunder, Präsident der BDP Schweiz
Martin Bäumle, Präsident der Grünliberalen Partei Schweiz
Heiner Studer, Präsident der EVP Schweiz
Monika Bloch Süss, Präsidentin der CSP Schweiz
Norberto Crivelli, Präsident der Partei der Arbeit der Schweiz
Kontakt: Christophe Darbellay
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